Ökobilanzierungs-Software
Technology Check
Definition und Wirk-/Funktionsprinzip
Eine LCA-Software (engl. Life Cycle Assessment, dt. Lebenszyklusanalyse) ermöglicht die Berechnung und Analyse der Umweltauswirkungen von Produkten, Prozessen oder Dienstleistungen über den gesamten Lebenszyklus. Mit Hilfe der Software ist es möglich, relevante Umwelt-Hotspots zu identifizieren und die Wirksamkeit verschiedener Verbesserungsmaßnahmen zu berechnen.
Zunächst folgt die Modellierung des Produktlebenszyklus von Herstellung über Nutzung bis zur Entsorgung, dann die Berechnung von Umweltwirkungen wie CO2-Fußabdruck, Wasser- und Ressourcenverbrauch. Die Tools lassen in der Regel auch eine Szenarien- und Sensitivitätsanalyse zu. Häufig können neben Umweltwirkungen auch ökonomische oder soziale Aspekte betrachtet werden. Dazu greifen die Tools auf größere Sachbilanzdatenbanken zurück. Es gibt inzwischen eine Vielzahl verschiedener Anbieter, die auch dabei unterstützen Berichte für rechtliche Anforderungen zu erstellen.
SWOT analysis
Strengths
- Einfache Berechnung
- Berechnung von ökologischen und ökonomischen Kriterien
- Quantifizierung der Nachhaltigkeits-Performance
- Transparenz über die Umweltwirkungen
- Identifikation von ökologischen Hotspots und somit Identifikation der Potenziale zur Verbesserung
- Die Berechnung beschränkt sich nicht nur auf Treibhausgas-Emissionen; verschiedene Wirkungskategorien sind berechenbar
- Berechnung von Benchmarks > Produktverbesserung und Positionierung gegenüber anderen Unternehmen
- Standardisierung und Verfügbarkeit von Normen und Standards (z. B. ISO14040/44, ISO 14067, GHG Protocol, PAS2050, CSRD-Konformität)
- Fördert das Denken in Kreislaufwirtschaft von ressourcenschonender Produktentwicklung über Eco-Design bis zur Recyclingfähigkeit von Produkten
Weaknesses
- Komplexe Modellierung (Zeit, Kosten, Ressourcen und Fachexpertise)
- Teilweise hohe Kosten – je nach Software und verwendeter Datenbank
- Notwendigkeit von Datenbanken für die Modellierung
- Kompatibilität mit dem bereits bestehenden Datenmanagement-System nicht immer gegeben
- Datensammlung ist sehr zeit- und kostenintensiv
- Gefahr von Datenlücken und/oder schlechter Datenqualität
- Mangel an Primärdaten
- Datenformate unterschiedlicher Datenbanken sind nicht immer kompatibel
Opportunities
- Steigende Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichtserstattung (z. B. CSRD, EU-Taxonomie)
- Möglichkeit zur Positionierung des eigenen Unternehmens als Vorreiter durch Schaffung von Transparenz über die eigenen Umweltwirkungen
- Bewusstseins- und Akzeptanzsteigerung auf der Grundlage verständlich visualisierter Daten
- Zunehmende Verfügbarkeit von Automatisierungslösungen und somit auch Verbesserung der Skalierung
- Transparenz über die Lieferkette und Förderung von Kooperationen
- Integration in bestehende ERP, CAD, o.Ä. Systeme ist grundsätzlich möglich
- Kombination mit KI erleichtert Nutzung in Zukunft und schwächt den Effekt von Fachkräftemangel
Threats
- Die Qualität des Ergebnisses ist stark datenabhängig
- Risiko der Auswahl unpassender Datensätze und somit Verfälschung des Ergebnisses
- Ergebnisse sind von getroffenen Annahmen in der Modellierung abhängig
- Gefahr der Verlagerung negativer Auswirkungen durch eine singuläre Betrachtung nur einer Lebenszyklusphase oder nur einer Wirkungskategorie
- Die Datensätze sind nicht immer auf dem neuesten Stand
Erfolgsbeispiel
- In Baden-Württemberg umgesetzt: Die EDELRID GmbH & Co. KG achtet auf die Nachhaltigkeit seiner Produkte und führt dafür auch Ökobilanzierungen durch.
Zum Erfolgsbeispiel - Die GOLDBECK GmbH, ein Unternehmen der Baubranche, hat die Ökobilanzierung als Geschäftsmodell für sich entdeckt.
Zum Erfolgsbeispiel
Technologieanbieter
Möglicher Technologieanbieter aus Baden-Württemberg: ECOCOCKPIT