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Technology

Superkritische CO₂-Extraktion

Schonend und lösungsmittelarm extrahieren: Superkritisches CO₂ ermöglicht selektive Abtrennung von Inhaltsstoffen bei präzise steuerbaren Bedingungen.
Date:

Technology Check

Technology Readiness Level (TRL)

How ready is the technology?
1
2
3
4
5
6
7
8
9

Market Readiness

When will the technology be ready for the market?
Heute
2030
2035
2040

Economic Efficiency

What is the ratio of financial investment to generated benefit?
€€
€€€

Definition und Wirk-/Funktionsprinzip

Bei der superkritischen CO2-Extraktion dient CO2 oberhalb seiner kritischen Temperatur und seines kritischen Drucks als Lösemittel für lipophile Naturstoffe. So lassen sich z. B. ätherische Öle, Aromen oder pharmazeutisch relevante Extrakte aus pflanzlichen Rohstoffen gewinnen. Nach der Extraktion wird das CO2 druckentspannt, wiederverwendet und hinterlässt konzentrierte, lösemittelfreie Produkte. Die Technologie ist industriell etabliert und kommt ohne Wasserstoff aus. Hauptanwendungsfelder sind die Lebensmittel- und Getränkeindustrie, Aroma- und Duftstoff- sowie Kosmetikhersteller und pharmazeutische Produzenten, die lösemittelfreie, hochreine Naturstoffextrakte benötigen. 

Kennzahlen und Reifegrad (Richtwerte)

  • Technologischer Reifegrad (TRL): 9  
  • Energiebedarf: etwa 400 kWh je t Biomasse (entspricht ca. 0,8 kWh je kg Extrakt) 
  • Wasserstoffverbrauch: 0 
  • Typische Modul-/Pilotgröße: Autoklaven mit 50–500 L Volumen bei 150–300 bar 
  • Typischer Durchsatz: 50–500 kg Biomasse pro Tag 
  • Anforderungen an den CO2-Strom: ≥ 99,5 % CO2, trocken und ölfrei 
  • Typische Produkte: ätherische Öle, Extrakte, Wachse, Naturstoffe

Quelle: THINKTANKirs Publikation: CCU-Technologien: Status Quo und Zukunftsperspektiven

SWOT analysis

What are the current strengths and weaknesses of the technology? What external developments (opportunities, risks) influence the technology?

Strengths

  • Industriell etabliert (Lebensmittel, Pharma, Kosmetik)
  • Keine toxischen Lösungsmittelrückstände
  • CO2 kann im Kreislauf geführt werden

Weaknesses

  • Hoher Druckbedarf → Energieaufwand
  • Investitionskosten für Hochdruckanlagen

Opportunities

  • Substitution fossiler/organischer Lösungsmittel
  • Wachsende Nachfrage nach „grünen“ Extraktionsverfahren

Threats

  • Wirtschaftlichkeit abhängig von Energiepreisen
  • Konkurrenz durch alternative Extraktionstechnologien

Erfolgsbeispiel

NATECO2 (Hopfenveredlung St. Johann GmbH) betreibt in St. Johann in Bayern eine der weltweit größten CO2-Extraktionsanlagen für Hopfen. Pro Jahr werden rund 13.000 t Hopfenpellets verarbeitet, wobei Bitter- und Aromastoffe mittels superkritischem CO2 extrahiert und das CO2 anschließend vollständig rückgeführt wird. Die Anlage versorgt Brauereien mit standardisierten Hopfenextrakten und demonstriert die großtechnische Nutzung von CO2 als Prozesslösemittel. Zum Erfolgsbeispiel.

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