Können wir mit industrieller Abwärme ganze Stadtteile heizen?
Energiezentrale Cerdia: Großwärmepumpen für die regionale Wärmewende
Wärme pro Jahr
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erneuerbarer Anteil im Wärmeverbund
t/a
CO₂ eingespart
Badenova ist der führende Energieversorger in Südbaden mit Sitz in Freiburg, an dem knapp 100 Kommunen der Region beteiligt sind. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, bis 2035 klimaneutral zu sein, und treibt die Energie- und Wärmewende in der Region aktiv voran.
Mit der Energiezentrale Cerdia im Freiburger Industriegebiet Nord erschließt Badenova Wärmeplus erstmals industrielle Prozessabwärme aus der Chemieindustrie für das städtische Fernwärmenetz – und sichert so die Wärmeversorgung für tausende Haushalte.
Ausgangssituation
Der Wärmeverbund Freiburg-West soll bis 2035 vollständig auf erneuerbare Wärmequellen umgestellt werden. Dafür braucht es neue Erzeugungsanlagen, die industrielle Abwärmepotenziale in der Region nutzbar machen. Das Freiburger Unternehmen Cerdia im Industriegebiet Nord, entwickelt innovative cellulosebasierte Materialien, die den Anforderungen der neuen Mikroplastikverordnung entsprechen und als zukunftsorientierte Lösungen für unterschiedlichste Anwendungen eingesetzt werden. Das Chemieunternehmen verfügt über erhebliche Mengen an Prozessabwärme – bislang ungenutzt. Gesucht wurde eine technische Lösung, die diese Wärme ins Fernwärmenetz einspeist, ohne den laufenden Produktionsprozess zu beeinträchtigen.
Lösung
In der neu errichteten Energiezentrale Cerdia wandeln zwei Großwärmepumpen des Schweizer Herstellers Friotherm AG, mit einer thermischen Leistung von je 7,5 MW, die industrielle Prozessabwärme von Cerdia in Fernwärme um. Um den Produktionsprozess des Chemieunternehmens nicht zu beeinträchtigen, werden die Wärmepumpen hydraulisch durch Wärmetauscher vom Produktionskreislauf getrennt. Die Anlage ist Teil des Wärmeverbunds Freiburg-West und das zweite Großprojekt nach der Energiezentrale Schwarzwaldmilch, das industrielle Abwärme in ein städtisches Fernwärmenetz integriert.
Die Umsetzung erforderte eine enge Abstimmung mit Cerdia sowie eine detaillierte technische Planung. Dabei stammen nahezu alle beteiligten Unternehmen aus Baden-Württemberg.
Ergebnis
Seit Januar 2026 speist die Energiezentrale Cerdia jährlich rund 60 GWh Wärme in das Fernwärmenetz ein. Der erneuerbare Anteil im Wärmeverbund Freiburg-West steigt auf 85 %. Im Endausbau bis 2035 soll der Anteil auf 100 % steigen und der Verbund rund 170 Mio. kWh Wärme pro Jahr liefern – bei einer jährlichen CO₂-Einsparung von rund 23.600 Tonnen.
Als eine der ersten Anlagen in Deutschland, die Abwärme aus Chemieprozessen über Großwärmepumpen in ein städtisches Fernwärmenetz einspeist, besitzt das Projekt klaren Leuchtturmcharakter. Das Konzept ist auf weitere Branchen übertragbar – etwa Metall, Lebensmittel oder Kunststoff – und eignet sich sowohl für Großunternehmen als auch als Impulsgeber für KMU, die eigene Abwärmepotenziale nutzen wollen.
Förderhinweis
Der Bau der Energiezentrale wurde finanziert durch die Europäische Union – NextGenerationEU. Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind ausschließlich der Autor:innen und spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Europäischen Union oder der Europäischen Kommission wider. Weder die Europäische Union noch die Europäische Kommission können für sie verantwortlich gemacht werden.
Badenova Wärmeplus GmbH & Co. KG
Tullastraße 61
79108 Freiburg im Breisgau
Deutschland