Erfolgsbeispiel

Können wir Wärme in der Erde speichern?

Kombinierte Strom- und Wärmegewinnung aus Solarthermie und Photovoltaik durch PVT mit saisonaler Erdwärmespeicherung

Schlüsseltechnologien

  • Energieerzeugung, -verteilung und -speicherung
  • Energieeffizienz
  • Klimaschutz

Branche

  • Verarbeitendes Gewerbe
Stand:
> 90

%

 Erdgaseinsparung

523

t/a

CO₂e Einsparung 

1.000+

PVT-Module installiert

Logo Mahle
Firmenname:
MAHLE GmbH

MAHLE ist ein international führender Entwicklungspartner und Zulieferer der Automobilindustrie mit Sitz in Stuttgart. Der 1920 gegründete Technologiekonzern mit rund 64.000 Mitarbeitenden an 127 Produktionsstandorten weltweit entwickelt Lösungen für klimaneutrale Mobilität – von Elektrifizierung über Thermomanagement bis hin zu effizienten Verbrennungsmotoren. 

Am Standort Vaihingen/Enz setzt MAHLE auf die kombinierte Strom- und Wärmegewinnung aus PVT-Modulen in Verbindung mit saisonaler Erdwärmespeicherung – mit dem Ziel einer nahezu vollständigen Dekarbonisierung des Standorts.

Ausgangssituation

Der Produktionsstandort Vaihingen/Enz der MAHLE GmbH wurde bislang maßgeblich mit Erdgas beheizt. Um die Klimaziele des Unternehmens zu erreichen und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu reduzieren, suchte MAHLE nach einer Lösung, die sowohl die Strom- als auch die Wärmeversorgung des Standorts auf erneuerbare Quellen umstellt – und dabei auch die besonderen Herausforderungen eines laufenden Produktionsbetriebs meistert.

Lösung

Im Frühjahr 2025 wurden auf dem Hallendach der Fertigung 720 PVT-Module installiert, die gleichzeitig Strom und Wärme erzeugen. Die Module stammen von der Sunmaxx PVT GmbH aus Dresden, an der MAHLE als Investor und Entwicklungspartner beteiligt ist. Ergänzt wird die Dachanlage durch weitere 280 PVT-Module, die über einem benachbarten Geothermiefeld mit 60 Erdwärmesonden aufgebaut wurden.

Das Geothermiefeld dient als saisonaler Wärmespeicher: Die im Sommer mit den PVT-Modulen gewonnene Überschusswärme wird ins Erdreich eingespeist und steht im Winter zur Verfügung. Eine 500-kW-Sole-Wasser-Wärmepumpe mit dem natürlichen Kältemittel Propan hebt das gespeicherte Temperaturniveau auf ein für die Produktionshallen nutzbares Niveau an.

Ergebnis

Die Gebäude und Anlagen werden bilanziell vollständig mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen (ca. 5.000 MWh/a) versorgt. In milderen Wintern kann der gesamte Wärmebedarf über die Geothermie-Wärme und Wärmepumpen (ca. 1.100 MWh/a) gedeckt werden, sodass kein Erdgas genutzt werden muss. Der jährliche Gesamtnutzen im Überblick:

  • Senkung des Strombedarfs: 428 MWh/Jahr
  • Senkung des Wärmebedarfs (Erdgas): 1.086 MWh/Jahr
  • Zusätzliche Wärmeverbrauchssenkung: 600 MWh/Jahr
  • Erdgaseinsparung: mehr als 90 %
  • CO₂e-Einsparung gesamt: rund 523 Tonnen/Jahr

Als erste großtechnische PVT-Anlage zur Dekarbonisierung eines Industriegebäudes in Deutschland beweist das Projekt, dass CO₂-neutrale Energieversorgung wirtschaftlich realisierbar ist. Die hybride Energieerzeugung mit PVT-Modulen lässt sich auf Industrie- und Gewerbebetriebe, Hotels, Frei- und Hallenbäder sowie Wohn- und Mehrfamilienhäuser übertragen und ist damit eine Referenzlösung sowohl für den Wohnbau, KMU als auch für die Großindustrie.

Markus Wesner

Projektleiter Nachhaltigkeit / PM PVT Vaihingen (TXD)

MAHLE Thermal and Fluid Systems GmbH & Co. KG
Pragstraße 26-46
70376 Stuttgart
Deutschland

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