Modellversuchsanlagen am ISWA Stuttgart
Praxisnahes Lernen in der Abwassertechnik
Praxisnah lernen, experimentieren und forschen – wie funktioniert das in der Abwassertechnik?
Das ISWA – Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft der Universität Stuttgart zeigt, wie‘s geht: Dort stehen moderne Modellversuchsanlagen zur Verfügung, die Studierende und Fachkräfte für das Thema Abwassertechnik begeistern – unsere GreenTech BW Projektleiterinnen durften sich die Anlagen vor Ort ansehen.
Ausgestattet sind die Modellversuchsanlagen mit Messtechnik von Endress+Hauser und Komponenten von ADIRO. Sie ermöglichen die Simulation unterschiedlicher Belastungszustände und die Untersuchung der Auswirkungen verschiedenener Betriebseinstellungen auf die Ablaufqualität, die Schlammeigenschaften und den Energieverbrauch. Als „Spielwiesen“ der Klärtechnik bieten sie eine sichere Umgebung, in der Experimente durchgeführt werden können, ohne reale Kläranlagen zu beeinträchtigen oder unsere Gewässer zu gefährden.
Dabei bilden die Versuchsanlagen jeweils eine vollständige Kläranlage ab, die eingesetzte Messtechnik entspricht der auf großen kommunalen Kläranlagen. Die Anlagen stehen sowohl für Studierende zur Verfügung als auch für Unternehmensvertreter:innen und internationale Kolleg:innen. Das praktische Ausprobieren bringt wertvolle Lern- und Forschungserfahrungen, die für Innovationen in der Branche entscheidend sein können.
So wird nicht nur der Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis gefördert, die Nutzung der Anlagen unterstützt auch die Qualifikation von Nachwuchskräften und Quereinsteiger:innen – ein wichtiger Beitrag in Zeiten des Fachkräftemangels in der Abwasserbranche.
Auch der Maschinenbauer ADIRO profitiert von den Erkenntnissen aus der Modellversuchsanlage. Durch deren Entwicklung konnte das Unternehmen wertvolles Know-how im Bereich der Abwassertechnik aufbauen und sich zugleich in das zuvor weniger vertraute Feld der Verfahrenstechnik weiterentwickeln.
Endress+Hauser nutzt die Modellversuchsanlage als praxisnahe Schulungsumgebung. Vor Ort wird anschaulich, welche Bedeutung Messwerte haben und wie moderne Sensortechnik konkret eingesetzt wird.
Die Modellversuchsanlage macht zudem die Forschungsergebnisse des ISWA greifbar: Sensortechnik ist ein zentraler Baustein der Zukunft der Abwasserreinigung. Das chemische Potenzial des Abwassers erschließt sich erst durch das Zusammenspiel sämtlicher Einflussfaktoren – entscheidend ist das Verständnis dieser komplexen Zusammenhänge. Unter der Leitung von Prof. Bräutigam, Inhaber des Lehrstuhls für Technische Umweltchemie und Sensortechnik, wird am ISWA kontinuierlich an diesen Fragestellungen weitergeforscht.
Ein besonderer Dank gilt dem ISWA, Endress+Hauser und ADIRO für die Bereitstellung dieser modernen Lern- und Forschungseinrichtungen!