Adaptive Fassaden mit elektrochromem Glas
Technologie-Check
Definition und Wirk-/Funktionsprinzip
Bei elektrochromem Glas handelt es sich um ein spezielles Glas, das aus mehreren Schichten besteht, z. B. Wolframoxid, Elektrolyt und einer leitfähigen Beschichtung. Durch Anlegen einer Spannung kommt es zum Ionentransport und zur Verfärbung der elektrochromen Schicht. Dieser Vorgang ist reversibel und kann durch Änderung der Spannung rückgängig gemacht werden. Werden diese speziellen Gläser als Fensterglas eingesetzt, können sie zur Gebäudeverschattung genutzt werden, ohne extern angebrachte Jalousien nutzen zu müssen. Das Suspended Particle Device (SPD) dient der Verschattung, Polymer Dispersed Liquid Crystal (PDLC) kann dagegen auf Milchglasoptik umschalten. Die Steuerung erfolgt in der Regel über Sensorik, kann aber auch durch einen Bediener justiert werden. Häufiger Einsatz ist in energieeffizienten Gebäuden wie Flughäfen, Krankenhäusern oder auch Bürogebäuden.
SWOT-Analyse
Stärken
- Reduktion des Energieverbrauchs für Kühlung, Heizung und Beleuchtung durch stufenlose Regelung von Licht- und Wärmedurchlässigkeit
- Verbesserter Komfort für Gebäudenutzer
- Reduktion von Wartungskosten für externe Jalousien
- Leistet wichtigen Beitrag zur Energieeffizienz von Gebäuden
Schwächen
- Investitionskosten sind im Vergleich zu konventionellen Verschattungssystemen höher
- Umschaltzeiten bei großen Glasflächen eher träge
- Herstellung der Glasscheiben deutlich komplexer als bei konventionellen Glasscheiben
Chancen
- Energieeffizienzanforderungen an Gebäude nehmen deutlich zu und unterstützen die Einführung dieser Technologie
- Kombination mit Digitalisierung, KI-gestützter Steuerung und Gebäudeautomatisierung steigert den Nutzen weiter
- Einbau in Bestandsgebäude mit komplexer Fassade leichter möglich als mechanische Verschattungssysteme
Risiken
- Konkurrenz durch kostengünstigere mechanische Verschattungssysteme
- Lebensdauer der elektrochromen Systeme ist noch nicht vollständig bekannt und führt zu Verunsicherungen
- Abhängigkeit von Spezialherstellern kann zum Teil zu komplexen Lieferketten führen
Erfolgsbeispiele
- In Baden-Württemberg umgesetzt: Ein modernes Smart-Building-Projekt zeigt, wie adaptive Fassaden mit elektrochromem Glas den Energieverbrauch von Gebäuden senken können. Die Verglasung passt ihre Tönung automatisch an Sonneneinstrahlung an, reduziert Kühlbedarf und Blendung und erhöht gleichzeitig den Komfort im Innenraum.
Zum Erfolgsbeispiel - Elektrochromes Glas, das zur Verschattung von Gebäuden eingesetzt wird, kann bis zu 25 % der Kühlleistung einsparen und ermöglicht trotzdem einen ausreichenden Lichteinfall, um auf künstliche Beleuchtung zu verzichten.
Zum Erfolgsbeispiel
Technologieanbieter
Mögliche Technologieanbieter aus Baden-Württemberg: Neuffer Fenster + Türen GmbH, STELLY Hausrenovierungen GmbH