Strommast in der Natur, symbolisiert Energieeffizienz für Unternehmen im GreenTech Bereich
Technologie

Blindleistungskompensation

Optimierte Netzqualität durch Blindleistungskompensation – reduziert Verluste, steigert Effizienz und stabilisiert Stromnetze.
Stand:

Technologie-Check

Technologischer Reifegrad (TRL)

Wie reif ist die Technologie?
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Marktreife

Wann wird die Technologie marktreif sein?
Heute
2030
2035
2040

Anwendungsbereich

In welchem Geltungsbereich nach GHG Protocol wirkt die Technologie?
1
2
3

Wirtschaftlichkeit

Wie ist das Verhältnis von finanziellem Einsatz zum generierten Nutzen?
€€
€€€

Potenzielle Reduktion der Umweltauswirkungen

Wie stark lassen sich die negativen Umweltauswirkungen durch den Einsatz dieser Technologie im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren verringern?
Groß Mittel Klein

Definition und Wirk-/Funktionsprinzip

Unter Blindleistungskompensation versteht man die Umsetzung von Maßnahmen zur Vermeidung sogenannter Blindleistungen im Stromnetz. Die Blindleistungen entstehen insbesondere bei induktiven Anlagen wie Transformatoren, Drosseln oder Motoren. Sie belasten die Leitungen und Transformatoren ohne dabei Arbeit zu verrichten. Technisch erfolgt die Kompensation durch Zuschalten von Kondensatoren, deren kapazitive Blindleistung die induktive Blindleistung teilweise oder vollständig kompensiert. Die Kompensation kann sowohl an jeder einzelnen Anlage, an Anlagengruppen oder auch zentral in statischer Form erfolgen. Bei besonders stark schwankenden Lastprofilen gibt es auch eine dynamische Kompensation.

Leistungsdreieck-Kompensation - Schaubild
Leistungsdreieck-Kompensation - Schaubild (Yellow Blue FS GmbH (2022). https://yellow-blue.eu/wissen/blindleistungskompensation-in-niederspannungsnetzen/)

SWOT-Analyse

Welche aktuellen Stärken und Schwächen hat die Technologie? Welche externen Entwicklungen (Chancen, Risiken) beeinflussen die Technologie? Gibt es Normen und Vorgaben?

Stärken

  • Hohe Wirtschaftlichkeit durch Vermeidung von Blindstrom und dessen Netzentgelt
  • Etablierte Technologie mit wenigen Risiken
  • Reduktion von Netzverlusten und Beitrag zur Netzstabilisierung
  • Verbesserung der Spannungsqualität
  • Geringer Wartungsaufwand bei statischen Systemen

Schwächen

  • Bei der Auslegung Know-how erforderlich, da es sonst zur Überkompensation kommen kann
  • Bei Oberschwingungen im Stromnetz kann es zu Resonanzrisiken kommen, die die Wirksamkeit der Kompensation verringern
  • Wirtschaftlichkeit hängt von der Verrechnung der Blindleistung durch den Anbieter ab
  • Kompensation bei stark schwankenden Lastprofilen nicht ohne Weiteres möglich

Chancen

  • Mögliche Maßnahme des Energiemanagementsystems nach ISO 50001
  • Kombination mit Smart-Grid und Lastmanagement erhöht den Nutzen
  • Beitrag zur Netzstabilisierung besonders bei Strommix mit erneuerbaren Energien
  • Nachrüstung in Bestandssysteme möglich

Risiken

  • Zunehmender Anteil der Leistungselektronik führt zu verstärkten Oberschwingungen im Stromnetz, die wiederum zu Resonanzen und damit Einschränkungen des Wirkungsgrades führen können
  • Regulatorische Änderungen bei der Abrechnung der Blindleistung kann Wirtschaftlichkeit beeinflussen
  • Vernachlässigte Wartung der Kompensationssysteme führt zu Veralterung der Kondensatoren

Erfolgsbeispiele

  • In Baden-Württemberg umgesetzt: Mit der Inbetriebnahme einer der leistungsstärksten STATCOM-Anlagen weltweit in der Umspannanlage Rheinau zeigt Mannheim, wie moderne Blindleistungskompensation die Netzstabilität stärkt und eine zuverlässige Integration erneuerbarer Energien ermöglicht. Zum Erfolgsbeispiel
  • Dieses Erfolgsbeispiel zeigt die Berücksichtigung der Blindleistung bei Erzeugung von Eigenstrom und den entsprechenden Netzentgelten. Zum Erfolgsbeispiel

Technologieanbieter

Möglicher Technologieanbieter aus Baden-Württemberg: TransnetBW GmbH

Technologieanbieter

Quelle