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Technologie

CCS - HyBECCS Thermochemisch

Innovative CO₂-Abscheidung kombiniert mit biohydrogenbasierter Produktion (HyBECCS) ermöglicht thermochemische Dekarbonisierung.
Stand:

Technologie-Check

Technologischer Reifegrad (TRL)

Wie reif ist die Technologie?
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Marktreife

Wann wird die Technologie marktreif sein?
Heute
2030
2035
2040

Anwendungsbereich

In welchem Geltungsbereich nach GHG Protocol wirkt die Technologie?
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3

Wirtschaftlichkeit

Wie ist das Verhältnis von finanziellem Einsatz zum generierten Nutzen?
€€
€€€

Potenzielle Reduktion der Umweltauswirkungen

Wie stark lassen sich die negativen Umweltauswirkungen durch den Einsatz dieser Technologie im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren verringern?
Groß Mittel Klein

Definition und Wirk-/Funktionsprinzip

Das HyBECCS-Konzept (engl. Hydrogen Bioenergy with Carbon Capture and Storage/Use) beschreibt Technologiekombinationen, die die Erzeugung von Wasserstoff aus erneuerbarer Biomasse mit der anschließenden Abscheidung und Speicherung oder Nutzung von Kohlendioxid verbinden. Allgemein können die Technologien zur Herstellung von Wasserstoff in thermochemische und biologische Verfahren aufgeteilt werden. Die Umsetzung von HyBECCS-Konzepten kann direkt dazu beitragen, Abfallentsorgungskosten zu senken, Emissionen zu reduzieren und den Anteil der erneuerbaren Energien in einem Unternehmen zu erhöhen. 

Die am häufigsten verwendeten thermochemischen Verfahren zur Herstellung von Biowasserstoff sind die Pyrolyse, Vergasung und Dampfreformierung. Bei der Pyrolyse und Vergasung von Biomasse wird die Biomasse in einer kontrollierten Atmosphäre unter begrenzter Sauerstoffzufuhr erhitzt, wodurch ein Gasgemisch entsteht (Syngas), das Wasserstoff enthält. Bei der Dampfreformierung (SMR) reagieren aus Biomasse gewonnene Gase (z. B. Synthesegas oder Biogas) mit Wasserdampf, um Wasserstoff zu produzieren. In Verbindung mit CCS/U (engl. Carbon Capture and Storage/Use) ist eine CO2-neutrale oder sogar CO2-negative Wasserstoffproduktion möglich. Die Biowasserstofferzeugung mittels SMR und CCS besitzt ein ca. fünffach höheres Potenzial für Negativemissionen als Biomethan und CCS, bezogen auf die Menge der eingesetzten Biomasse.

SWOT-Analyse

Welche aktuellen Stärken und Schwächen hat die Technologie? Welche externen Entwicklungen (Chancen, Risiken) beeinflussen die Technologie? Gibt es Normen und Vorgaben?

Stärken

  • CO2-negative Technologie: Entzieht aktiv CO2 aus der Atmosphäre durch Biomassebindung und CCS
  • Wasserstoffproduktion: Liefert einen sauberen, vielseitig einsetzbaren Energieträger als Alternative zu fossilen Brennstoffen
  • Kombination von Energie und Klimaschutz: Zwei Effekte in einem Prozess – Energieträgergewinnung und Emissionsminderung
  • Technologische Reife einzelner Komponenten: Thermochemische Vergasung, Wasserstoffaufbereitung und CCS sind technisch gut erforscht

Schwächen

  • Hoher Energie- und Kostenaufwand: Thermochemische Vergasung und CO2-Abscheidung sind energieintensiv
  • Abhängigkeit von Biomasse: Erfordert große Mengen an nachhaltig verfügbarer Biomasse, Konkurrenz zu Nahrung oder Ökosystemen möglich
  • Komplexität der Integration: Kombination von Vergasung, Wasserstoffaufbereitung und CCS erfordert komplexe Prozesssteuerung
  • Infrastrukturbedarf: CCS benötigt geeignete Speicherorte, Wasserstoff-Transport und -Verteilung müssen aufgebaut werden

Chancen

  • Unterstützung durch Klimapolitik: Förderung von CO2-negativen Technologien und Wasserstoff als Schlüssel zur Energiewende
  • Marktwachstum für grünen Wasserstoff: Steigende Nachfrage in Industrie, Verkehr und Stromspeicherung
  • Synergien mit Bioenergieanlagen: Bestehende Biomassekraftwerke könnten auf HyBECCS umgerüstet werden
  • Innovationen in Prozessoptimierung: Effizienzsteigerungen bei Vergasung, Wasserstofftrennung und CO2-Abscheidung

Risiken

  • Wettbewerb durch andere Technologien: Direktluftabscheidung, Elektrolyse mit erneuerbarem Strom oder andere negative Emissions-Technologien könnten HyBECCS verdrängen
  • Regulatorische Unsicherheiten: Genehmigungen für CO2-Speicherung und Biomassenutzung könnten verzögern
  • Volatile Biomassepreise und Verfügbarkeit: Klimawandel, Konkurrenz mit Landwirtschaft oder Holzindustrie
  • Technische und wirtschaftliche Skalierbarkeit: Große Anlagen könnten teuer und kompliziert im Betrieb sein

Erfolgsbeispiel

In Baden-Württemberg umgesetzt: Die WS Reformer GmbH ist ein KMU, das weltweit als Spezialist für Reformer-Lösungen etabliert ist. Schwerpunkte sind Entwicklung und Vertrieb von Reformern und Thermoprozessen zur Erzeugung von H2 aus verschiedenen Quellen. WS Reformer arbeitet derzeit an der Kopplung von CCS- und Dampfreformierungstechnologien. „Die direkte Dampfreformierung von Biogas ist heute die kostengünstigste Option für grünen Wasserstoff. Es ist offensichtlich, dass der Gas-Gas-Umwandlungspfad effizienter ist, als die Erzeugung von Strom und anschließendem Wasserstoff.“
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