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Technologie

CO₂ Gaswäsche

CO₂ Gaswäsche ermöglicht die effiziente Abscheidung von Kohlendioxid aus Gasströmen – für saubere Emissionen und nachhaltige Industrieprozesse.
Stand:

Technologie-Check

Technologischer Reifegrad (TRL)

Wie reif ist die Technologie?
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Marktreife

Wann wird die Technologie marktreif sein?
Heute
2030
2035
2040

Anwendungsbereich

In welchem Geltungsbereich nach GHG Protocol wirkt die Technologie?
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3

Wirtschaftlichkeit

Wie ist das Verhältnis von finanziellem Einsatz zum generierten Nutzen?
€€
€€€

Potenzielle Reduktion der Umweltauswirkungen

Wie stark lassen sich die negativen Umweltauswirkungen durch den Einsatz dieser Technologie im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren verringern?
Groß Mittel Klein

Definition und Wirk-/Funktionsprinzip

Bei einer Gaswäsche (Absorber) wird CO2 aus einem Gasstrom in eine flüssige Phase überführt. Es wird unterschieden zwischen: 

  • physikalische Absorption: CO2 löst sich im Lösungsmittel nach dem Henry-Gesetz ohne chemische Reaktion (z. B. SevoSolvent, organische Lösungsmittel, einige Carbonate bei hohem Druck, Feststoffabsorbenten).
  • chemische Absorption (Reaktivabsorption): CO2 reagiert mit Lösungsmittelkomponenten (klassisch Aminen wie MEA, DEA, MDEA, Carbonatlösungen z. B. K2CO3, Chilled Ammonia, Ionenflüssigkeiten). Die chemische Absorption hat höhere Kapazität und schnellere Aufnahme bei niedriger Partialdrucksituation (z. B. Abgas aus Kraftwerk, ~0.1–0.5 bar CO2-P).

SWOT-Analyse

Welche aktuellen Stärken und Schwächen hat die Technologie? Welche externen Entwicklungen (Chancen, Risiken) beeinflussen die Technologie? Gibt es Normen und Vorgaben?

Stärken

  • Hohe Abscheidegrade (bis >95 %): Besonders mit Aminlösungen wie MEA, MDEA, PZ-Blends
  • Technologisch ausgereift: Jahrzehntelange industrielle Nutzung (z. B. Gasaufbereitung, Kraftwerke)
  • Flexibel einsetzbar: Funktioniert bei unterschiedlichen Gasströmen, CO2-Konzentrationen und Volumenströmen
  • Kontinuierlicher Betrieb möglich: Gut skalierbar von kleinen bis sehr großen Anlagen
  • Erprobt mit verschiedenen Lösungsmitteln: Chemisch, physikalisch, Hybridverfahren stehen zur Verfügung
  • Gute Anpassbarkeit: Kombination mit Wärmerückgewinnung, Vorreinigung, Energieintegration möglich

Schwächen

  • Hoher Energiebedarf für Regeneration (Reboiler): typischerweise 2.5–4.5 GJ/t CO2 (besonders bei MEA)
  • Lösungsmittelalterung & Degradation: Bedarf an chemischen Zusätzen, Austausch, Entsorgung
  • Korrosion in Absorber/Stripper-Systemen → Materialkosten steigen
  • Empfindlich gegenüber Verunreinigungen (SOx, NOx, HF, Staub), die Lösungsmittel zerstören
  • Große Anlagen & hoher Platzbedarf: Kolonnen sind hoch und benötigen Begleitsysteme
  • Emissionsprobleme: Amindämpfe oder Aerosole müssen kontrolliert werden

Chancen

  • Wachsende Nachfrage durch Klimapolitik: CO2-Abscheidung (CCS/CCU) wird in vielen Industrien gefördert
  • Energieoptimierte Lösungsmittel (z. B. PZ-Blends, Aktivatoren, neue Formulierungen) → geringer OPEX
  • Industrie-Integration: Abwärmenutzung für Lösungsmittel-Regeneration möglich
  • Steigende CO2-Preise machen Abscheidung wirtschaftlicher
  • Partnerschaften in Wertschöpfungsketten: CO2-Nutzung (E-Fuels, Methanol, Carbonates) oder Speicherung
  • Retrofit-Fähigkeit: Bestehende Anlagen können nachgerüstet werden (z. B. Kraftwerke, Zement)
  • Digitalisierung & Prozessoptimierung: Predictive maintenance, bessere Regelungen, Massenbilanztracking

Risiken

  • Konkurrenz durch alternative CO2-Abscheidetechnologien, z. B. Membranen, Feststoffadsorption (PSA/TSA), kryogene Verfahren
  • Volatilität der Energiepreise: Hoher Dampfbedarf kann Wirtschaftlichkeit gefährden
  • Strengere Umweltauflagen: Emissionen von Aminen oder Zersetzungsprodukten müssen minimiert werden
  • Material- & Investitionskosten steigen (Stahl, Speziallegierungen, Energie)
  • Unsicherheit über CO2-Transport & Speicherung: Politisch und infrastrukturell abhängig
  • Alterung der Lösungsmittel → Betriebsausfälle ohne gutes Management
  • Akzeptanzprobleme bei CCS in der Bevölkerung (je nach Land)

Erfolgsbeispiele

  • In Baden-Württemberg umgesetzt: PlasmaAir AG & Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung BW (Stuttgart)
    Art der Anlage: Pilot- / Demonstrationsanlage zur CO2-Abscheidung aus der Umgebungsluft – verwendet ein Absorptions-/Desorptionsverfahren (Gaswäsche-Ansatz). 
    Leistung: Demonstrator mit ca. 10 kg CO2/h (~100 t CO2/Jahr) im Betrieb; Ziel ist ein größerer Demonstrator mit ca. 1000 t CO2/Jahr.
    Status: In Betrieb bzw. weiterentwickelter Demonstrator, Teil des Projekts „DAC-BW“; dient als Testbett für industrielle Partner (Skalierung, Test von Komponenten).
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  • In Baden-Württemberg umgesetzt: catch4climate  - CI4C / Schwenk Zementwerk (Mergelstetten, Landkreis Heidenheim)
    Art der Anlage: Pilot-/F&E-Abscheideanlage für industrielle Prozess-Emissionen aus der Zementproduktion (Oxy-Fuel-Verbrennung + CO2-Abscheidung).
    Partner: CI4C-Konsortium bestehend aus mehreren Zementunternehmen (Buzzi/Dyckerhoff, Heidelberg Materials, SCHWENK, Vicat).
    Status: Bau läuft; Inbetriebnahme voraussichtlich 2025 als Pilotanlage zur CO2-Abscheidung aus Zementprozessgasen.
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  • CarbonClean Bietet modulare CO2-Capture-Technologien (z. B. mit dem APBS-CDRMax®-Lösungsmittel) an — oft für kleinere bis mittelgroße industrielle Quellen geeignet.
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Quelle