Materialien und Rohstoffe - grüne Technologien
Technologie

Digitaler Produktpass (DPP)

Der digitale Produktpass macht Produktdaten transparent: Lebenszyklus, Materialien und Kreislauffähigkeit werden für die Wertschöpfung sichtbar.
Stand:

Technologie-Check

Technologischer Reifegrad (TRL)

Wie reif ist die Technologie?
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8
9

Marktreife

Wann wird die Technologie marktreif sein?
Heute
2030
2035
2040

Anwendungsbereich

In welchem Geltungsbereich nach GHG Protocol wirkt die Technologie?
1
2
3

Wirtschaftlichkeit

Wie ist das Verhältnis von finanziellem Einsatz zum generierten Nutzen?
€€
€€€

Potenzielle Reduktion der Umweltauswirkungen

Wie stark lassen sich die negativen Umweltauswirkungen durch den Einsatz dieser Technologie im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren verringern?
Groß Mittel Klein

Definition und Wirk-/Funktionsprinzip

Der digitale Produktpass (DPP) ist ein zentrales Element der EU-Ökodesign-Verordnung (ESPR) und stellt ein digitales Informationssystem dar. Dabei werden für ein Produkt Daten über den gesamten Lebenszyklus erfasst. Bei der Herstellung werden Materialzusammensetzung, Herkunft, Umweltkennzahlen wie CO2-Fußabdruck und die Identität des Produktes über Serien- und Chargennummer erfasst. Jeder Akteur in dem Produktkreislauf hat Zugriff auf diese Daten und die Möglichkeit, Informationen zu Nutzung, Reparatur oder auch Recycling zu ergänzen. Ziel des digitalen Produktpasses ist es, die Transparenz, Nachhaltigkeit und Kreislauffähigkeit von Produkten zu erhöhen.


Die Einführung des DPP erfolgt schrittweise für bestimmte Produktgruppen und wird ab 2027 beispielsweise für Batterien und Textilien geplant. 

SWOT-Analyse

Welche aktuellen Stärken und Schwächen hat die Technologie? Welche externen Entwicklungen (Chancen, Risiken) beeinflussen die Technologie? Gibt es Normen und Vorgaben?

Stärken

  • Transparenz über den gesamten Produktkreislauf 
  • Basis für die Kreislaufwirtschaft
  • Erfüllung regulatorischer Anforderungen gewährleistet
  • Ausgangspunkt für weitere Bilanzierungen oder auch Berichterstattungen
  • Erleichterung für Reparatur, Wiederverwendbarkeit und Recycling
  • Verwendung etablierter IT-Infrastruktur

Schwächen

  • Initialaufwand für Implementierung relativ hoch, sodass die Kosten den Nutzen kurzfristig übersteigen
  • Mangelnde Datenbasis führt zu unvollständigen Informationen
  • Kontinuierliche Datenpflege über den gesamten Kreislauf erforderlich
  • Zugriffsregelungen über den Lebenszyklus sind häufig international und somit komplexen Rechtsstrukturen unterworfen

Chancen

  • Basis für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle
  • Vorteile durch dokumentierte Nachhaltigkeit
  • Effizienzsteigerung durch bessere Produkt- und Materialdaten, besonders bei Reparierbarkeit und Recycling
  • Stärkung des europäischen Datenraumes durch vereinfachte Zugriffsregelungen
  • Unterstützung bei der Etablierung von Ökodesign und Kreislaufwirtschaft

Risiken

  • Komplexität der Dokumentation besonders für KMU schwer abbildbar
  • Abhängigkeit von Anbieterstrukturen kann zu nicht einheitlichen Standards führen
  • Informationsqualität und Nutzen ist nur so gut wie die Datenbasis, welche maßgeblich von der kontinuierlichen Pflege beeinflusst wird
  • Zurückhaltende Nutzung aufgrund von Bedenken zum Datenschutz und IP-Sicherheit
  • Akzeptanzprobleme außerhalb der EU

Erfolgsbeispiele

  • In Baden-Württemberg umgesetzt: EcoPass3D entwickelt digitale Produktpässe für mehr Transparenz über Materialien und Nachhaltigkeit.
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  • Harting hat den digitalen Produktpass bereits 2023 für seine Produkte eingeführt. Dieser kann über einen QR-Code auf dem Produkt abgerufen werden und liefert alle relevanten Herstellerinformationen.
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Technologieanbieter

Möglicher Technologieanbieter aus Baden-Württemberg: EcoPass3D

Quelle