Fischer-Tropsch Synthese
Power-to-Liquid aus CO₂: Synthesegas wird zu SAF, Diesel & Naphtha – industriell etabliert und gut in Raffinerien integrierbar.
Stand:
Technologie-Check
Definition und Wirk-/Funktionsprinzip
Die Fischer-Tropsch-Synthese wandelt CO2-basiertes Synthesegas (CO + H2) in Kohlenwasserstoffe um.
Zu den Hauptprodukten gehören u. a.:
- synthetischer Diesel
- synthetisches Kerosin (SAF)
- Benzinfraktionen
- Wachse und Naphtha
Das Produktgemisch wird anschließend destilliert und weiterverarbeitet. Naphtha kann z. B. in Raffinerien oder Steamcrackern zu Olefinen weitergeführt werden.
SWOT-Analyse
Welche aktuellen Stärken und Schwächen hat die Technologie? Welche externen Entwicklungen (Chancen, Risiken) beeinflussen die Technologie? Gibt es Normen und Vorgaben?
Stärken
- Sehr hoher TRL (9) – industriell etabliert
- Großes Produktspektrum (Diesel, Kerosin, Naphtha, Wachs)
- Geringer Energieaufwand (3,4 MWh/t) im Vergleich zu anderen CCU-Prozessen
- Hohe Anschlussfähigkeit an bestehende Petrochemie und Raffinerien
Schwächen
- Abhängigkeit von vorgelagerter rWGS-Synthesegaserzeugung (Multiple-Step-Prozess)
- Hoher Wasserstoffbedarf im Gesamtsystem (Synthesegaserzeugung)
Chancen
- Wichtige Rolle für Sustainable Aviation Fuels (SAF) → politisch stark gefördert
- Ersatz fossiler Kraftstoffe in Transport-, Chemie- und Polymerindustrie
- Industrielle Akteure in BW (z. B. Raffinerien) können direkt anknüpfen
Risiken
- Hohe Abhängigkeit von günstigen erneuerbaren Energien und grünem Wasserstoff
- Hoher CAPEX für großtechnische Power-to-Liquid-Anlagen
Erfolgsbeispiel
Aus Baden-Württemberg: INERATEC betreibt modulare Power-to-Liquid-Anlagen mit rWGS + Fischer-Tropsch-Synthese zur Herstellung synthetischer Kraftstoffe und Wachse. Zum Erfolgsbeispiel
Technologieanbieter
Unternehmen
IneraTec – Innovative Reactor Technology
INERATEC liefert modulare chemische Anlagen für Power-to-X Prozesse sowie nachhaltige synthetische Kraftstoffe und chemische Produkte aus erneuerbarem Wasserstoff und Treibhausgasen wie CO2.