Industrieanlage und Fluss von oben, repräsentieren Klimaschutztechnologie im GreenTech-Bereich
Technologie

Gentechnisch modifizierte Bakterien

Biotechnologie als Hebel für neue Produkte: Organismen gezielt optimieren, Prozesse effizienter machen und nachhaltige Wertschöpfung ermöglichen.
Stand:

Technologie-Check

Technologischer Reifegrad (TRL)

Wie reif ist die Technologie?
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Marktreife

Wann wird die Technologie marktreif sein?
Heute
2030
2035
2040

Wirtschaftlichkeit

Wie ist das Verhältnis von finanziellem Einsatz zum generierten Nutzen?
€€
€€€

Definition und Wirk-/Funktionsprinzip

Gentechnisch optimierte Mikroorganismen wandeln CO2 in Biochemikalien wie Formiat, organische Säuren, Biopolymere oder Proteine um. Häufig wird elektrische Energie oder Formiat als zusätzlicher Energie- und Elektronenträger genutzt (mikrobielle Elektrosynthese). Die Technologie arbeitet unter milden Bedingungen, erlaubt eine hohe Selektivität und Produktvielfalt, befindet sich aber überwiegend noch im Labor- und Pilotstadium. Profitieren können vor allem Fein- und Spezialchemie, Hersteller biobasierter Polymere und Proteine sowie Betreiber biogener Anlagen, die ihre CO2-Ströme in hochwertige Zwischen- und Endprodukte überführen wollen. 

Kennzahlen und Reifegrad (Richtwerte)

  • Technologischer Reifegrad (TRL): 4–6 
  • Energiebedarf: 1.000–2.000 kWh je t Produkt (Rührer, Gaseintrag, Bio-Elektrosynthese) 
  • Wasserstoffverbrauch: 0 > Typische Modul-/Pilotgröße: Fermenter mit 0,1–10 m3 Reaktorvolumen (oft Container-basiert) 
  • Typischer Durchsatz: 1–10 kg Produkt pro Tag 
  • Anforderungen an den CO2-Strom: ≥ 60 Vol.-% CO2, sauerstofffrei, < 10 ppm Schwefel/Chlor 
  • Typische Produkte: Formiat, organische Säuren, Biopolymere und andere Spezialchemikalien

Quelle: THINKTANKirs Publikation: CCU-Technologien: Status Quo und Zukunftsperspektiven

SWOT-Analyse

Welche aktuellen Stärken und Schwächen hat die Technologie? Welche externen Entwicklungen (Chancen, Risiken) beeinflussen die Technologie? Gibt es Normen und Vorgaben?

Stärken

  • Hohe Selektivität und Produktvielfalt; milde Prozessbedingungen
  • Potenzial für hochwertige Zwischen- und Endprodukte (z. B. Spezialchemikalien/Proteine/Polymere)

Schwächen

  • Niedriger Reifegrad (TRL 4–6) und überwiegend Labor-/Pilotstadium
  • Aktuell eher kleine Durchsätze (typisch 1–10 kg Produkt/Tag) und Pilotgrößen (Fermenter 0,1–10 m³)
  • Hohe Anforderungen an den CO2-Strom (≥60 Vol.-% CO2, sauerstofffrei, sehr niedrige Schwefel-/Chlor-Gehalte)

Chancen

  • Einsatz v. a. in Fein-/Spezialchemie sowie bei Herstellern biobasierter Polymere/Proteine; Aufwertung biogener CO2-Ströme zu höherwertigen Produkten
  • Kopplung mit mikrobieller Elektrosynthese kann neue Produktionsplattformen für Plattformchemikalien (z. B. organische Säuren) eröffnen

Risiken

  • Energieintensität kann Wirtschaftlichkeit und Klimanutzen belasten (Richtwert 1.000–2.000 kWh je t Produkt)
  • Skalierung und Prozessstabilität (insb. bei elektrobiologischen Systemen) sowie Abhängigkeit von sehr reinen Prozessgasen

Erfolgsbeispiel

Am Indian Institute of Technology (IIT) Kharagpur wurde ein 6 m3 -Pilotreaktor entwickelt, der CO2 aus Biogas mittels mikrobieller Elektrosynthese zu Essigsäure umsetzt. Die elektrochemisch unterstützte Biokonversion erreicht eine coulombische Effizienz von rund 78% und verbessert gleichzeitig die Biogasqualität durch Erhöhung des Methananteils. Das Projekt illustriert das Potenzial, biogene CO2-Ströme in chemische Plattformprodukte zu überführen. 

Quelle