Strommast in der Natur, symbolisiert Energieeffizienz für Unternehmen im GreenTech Bereich
Technologie

Hybride Sorptions-Kompressions-Wärmepumpe

Kombinierte Sorptions- und Kompressionstechnologie für effiziente Kälte- und Wärmeerzeugung durch Nutzung industrieller Abwärme.
Stand:

Technologie-Check

Technologischer Reifegrad (TRL)

Wie reif ist die Technologie?
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9

Marktreife

Wann wird die Technologie marktreif sein?
Heute
2030
2035
2040

Anwendungsbereich

In welchem Geltungsbereich nach GHG Protocol wirkt die Technologie?
1
2
3

Wirtschaftlichkeit

Wie ist das Verhältnis von finanziellem Einsatz zum generierten Nutzen?
€€
€€€

Potenzielle Reduktion der Umweltauswirkungen

Wie stark lassen sich die negativen Umweltauswirkungen durch den Einsatz dieser Technologie im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren verringern?
Groß Mittel Klein

Definition und Wirk-/Funktionsprinzip

Die Kombination eines thermisch angetriebenen Sorptionsprozesses mit einer elektrisch angetriebenen Kompressionswärmepumpe ergibt die hybride Sorptions-Kompressions-Wärmepumpe. Die beiden Ausgangstechnologien sind für sich bereits etablierte Technologien auf TRL 9, jedoch ist die Kombination aus den Technologien erst noch im Entwicklungsstadium eher auf TRL 7 einzuordnen. Technologisch basiert das Prinzip auf der Nutzung von Wärme mit einem geringeren Temperaturniveau, wie Abwärme oder Dampf. Diese wird dann in einer Adsorption, z. B. mit Silikagel und Wasser oder durch eine Absorption, z. B. mit Ammoniak und Wasser gebunden. Vorteil hier ist der Einsatz natürlicher Kältemittel, die nicht der F-Gas-Verordnung unterliegen. Es folgt eine mechanische Verdichtung durch Erhöhung von Druck und Temperatur. Dieser Schritt wird mit elektrischer Energie, idealerweise aus erneuerbaren Energien, betrieben. Dadurch wird es möglich, die Wärme auf einem höheren Temperaturniveau wieder abzugeben und somit auch industriell nutzbare Prozesswärme zu erreichen.

Hybride Sorptions-Kompressions-Wärmepumpe - Schaubild
Hybride Sorptions-Kompressions-Wärmepumpe (Institut für Thermodynamik Leibniz Universität Hannover (2025). Kompressionswärmepumpe mit Lösungskreislauf und dem Kältemittelgemisch Ammoniak-Wasser. https://www.ift.uni-hannover.de/de/forschung/thermodynamische-kreisprozesse/ammoniak-wasser-kompression)

SWOT-Analyse

Welche aktuellen Stärken und Schwächen hat die Technologie? Welche externen Entwicklungen (Chancen, Risiken) beeinflussen die Technologie? Gibt es Normen und Vorgaben?

Stärken

  • Die Kombination von elektrischen und thermischen Antrieb führt zu einer sehr hohen Gesamteffizienz
  • Im Sinne der Kreislaufwirtschaft kann auch Abwärme mit einem geringen Temperaturniveau eingesetzt werden
  • Strombedarf für die Kompression ist geringer als bei klassischen Wärmepumpen, da eine Vorverdichtung durch die Absorption erfolgt
  • Integration in Bestandssysteme mit Prozesswärme ist gut möglich

Schwächen

  • Know-how für die Auslegung ist erforderlich, da es sich um zwei thermodynamische Kreisläufe handelt, wird das Gesamtsystem komplex
  • Investitionsbedarf ist höher als bei den Einzeltechnologien
  • Wartungs- und Regelungsaufwand ist größer als bei klassischen Systemen
  • Es handelt sich noch um Entwicklungsanlagen ohne Standardisierung oder Referenzen

Chancen

  • Betriebsweise kann flexibel nach den Preisen von Strom und Wärme gefahren werden
  • Bedarf an immer effizienteren Technologien zur Wärmeerzeugung nimmt durch regulatorische Anforderungen zu
  • Abwärmenutzungspflichten unterstützen ebenfalls die Verbreitung von Technologien mit Nutzung von Niedertemperaturabwärme
  • Integration in Niedertemperatur-Fernwärmenetze möglich
  • Kombination mit erneuerbaren Energien steigert die Nachhaltigkeit der Technologie
  • Beitrag zur Netzstabilisierung durch Lastverschiebung

Risiken

  • Korrosionsanfälligkeit bei bestimmten Sorptionsmedien wie LiBr
  • Konkurrenz durch alternative Technologien, wie Hochtemperatur-Kompressionswärmepumpen
  • Komplexität und hoher Invest verschieben Entscheidungen für die Technologie häufig
  • Fehlende Standardisierung und Verfügbarkeit sind ein großes Hemmnis

Erfolgsbeispiele

  • In Baden-Württemberg umgesetzt: Der HybridChiller von Riedel zeigt, wie die Kombination aus Sorptions- und Kompressionstechnologie Abwärme effizient nutzt und gleichzeitig eine präzise Kühlung ermöglicht. Praxistests bestätigen hohe Energieeffizienz und großes Einsparpotenzial für industrielle Anwendungen. 
    Zum Erfolgsbeispiel
  • In diesem Projekt wurde eine Hochtemperaturwärmepumpe durch Kombination eines Kältekreisprozesses mit Lösungsumlauf entwickelt. 
    Zum Erfolgsbeispiel

Technologieanbieter

Möglicher Technologieanbieter aus Baden-Württemberg: Schütt & Freitag GmbH

Quelle