Energieerzeugung - GreenTech BW
Technologie

Induktionsofen

Nutzen von elektromagnetischer Erwärmung für präzise, schnelle und energieeffiziente Wärme – ideal für nachhaltige Produktion und Metallverarbeitung.
Stand:

Technologie-Check

Technologischer Reifegrad (TRL)

Wie reif ist die Technologie?
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Marktreife

Wann wird die Technologie marktreif sein?
Heute
2030
2035
2040

Anwendungsbereich

In welchem Geltungsbereich nach GHG Protocol wirkt die Technologie?
1
2
3

Wirtschaftlichkeit

Wie ist das Verhältnis von finanziellem Einsatz zum generierten Nutzen?
€€
€€€

Potenzielle Reduktion der Umweltauswirkungen

Wie stark lassen sich die negativen Umweltauswirkungen durch den Einsatz dieser Technologie im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren verringern?
Groß Mittel Klein

Definition und Wirk-/Funktionsprinzip

Induktionsöfen sind heutzutage in vielen Haushalten etabliert. Doch auch im industriellen Umfeld kann die entsprechende Technologie hoch effizient eingesetzt werden. Typische Einsatzgebiete sind das Schmelzen von Stahl, Gusseisen, Aluminium und Kupferlegierungen. Bei Induktionsöfen wird ein wechselndes Magnetfeld zur Erzeugung von Wirbelströmen im Metall eingesetzt. Die Folge ist eine schnelle, gleichmäßige und kontaktlose Erwärmung des Materials. Dieser Prozess lässt sich sehr genau steuern, sodass die Temperaturen gezielt eingestellt werden können und beispielsweise auch zum Warmhalten von Metallen genutzt werden können. Durch das Funktionsprinzip können direkte Emissionen vollständig verhindert werden, da kein Brennstoff eingesetzt wird.

Induktionsofen - Visuelle Darstellung
Induktionsofen - Visuelle Darstellung (Otto Junker GmbH (2024). https://www.otto-junker.com/de/aktuelles/article/173/)

SWOT-Analyse

Welche aktuellen Stärken und Schwächen hat die Technologie? Welche externen Entwicklungen (Chancen, Risiken) beeinflussen die Technologie? Gibt es Normen und Vorgaben?

Stärken

  • Direkte Erwärmung ohne Einsatz eines Brennstoffs führt zu einer sehr hohen Effizienz und gleichzeitiger Vermeidung von Emissionen im Scope 1
  • Technologie erlaub präzise Regelung der Temperatur, was zu einer hohen Reproduzierbarkeit und Produktqualität führt
  • Geringer Wartungsaufwand im Vergleich zu alternativen Brennöfen
  • Etablierte Technologie mit hoher Prozesssicherheit

Schwächen

  • Investitionskosten zur Einführung von industriellen Induktionsöfen sind hoch
  • Abhängigkeit von Strompreisschwankungen wirkt sich deutlich auf die Wirtschaftlichkeit aus
  • Häufig ist ein Netzausbau erforderlich, um den benötigten Leistungsbedarf abdecken zu können
  • Im Vergleich zu Hochöfen sind die Schmelzmengen begrenzt
  • Elektromagnetische Störfelder erfordern Schutz- und Abschirmmaßnahmen

Chancen

  • Wirtschaftlichkeit erhöht sich bei steigenden CO2-Preisen und zunehmenden Emissionsauflagen
  • Kombination mit erneuerbaren Energiekonzepten erhöht die Wirtschaftlichkeit
  • Nutzen wird durch Kombination mit Energie- und Lastmanagement oder auch KI-Modellen für die Prozessführung erhöht
  • Wachsende Nachfrage nach grün-produziertem Stahl führt zur Verbreitung von Induktionsöfen

Risiken

  • Schwankende Strompreise und die zukünftige Entwicklung der Strompreise stellen Hemmungen vor den Investitionen dar
  • Netzkapazitäten reichen oft nicht für die Installation von industriellen Induktionsöfen
  • Konkurrenz durch alternative Technologien wie Lichtbogenöfen
  • Abhängigkeit der Wirtschaftlichkeit bei unbekannten regulatorischen Entwicklungen

Erfolgsbeispiele

  • In Baden-Württemberg umgesetzt: TSF GmbH & Co. KG setzt in der Feingussproduktion energieeffiziente Induktionsöfen ein, die Schmelz‑ und Gießprozesse schneller und mit geringerem Energieverbrauch realisieren.
    Zum Erfolgsbeispiel
  • Das Beispiel zeigt wie in einer Gießerei die Umstellung auf einen Induktionsofen erfolgt und welche Herausforderungen damit einhergehen. Beispielsweise spielt die Schrottqualität bei einem Induktionsofen eine ganz andere Rolle als bei einem konventionellen Ofen.
    Zum Erfolgsbeispiel

Technologieanbieter

Mögliche Technologieanbieter aus Baden-Württemberg: COBES GmbH, eldec Induction GmbH, IDEA GmbH

Quelle