Lastmanagement
Technologie-Check
Definition und Wirk-/Funktionsprinzip
Beim Lastmanagement wird die Verteilung der elektrischen Last gezielt geregelt und so optimiert, dass keine Spitzenlasten auftreten. Die Basis dafür bildet die Erfassung der Stromverbräuche in Echtzeit. Es folgt eine Analyse der Daten und die entsprechende Steuerung. Diese kann statisch sein, d. h. es werden Grenzwerte festgelegt und es folgt z. B. eine manuelle Abschaltung von Anlagen. Eine Alternative dazu ist eine dynamische Steuerung. Diese reagiert automatisch auf die erfassten Daten, wie Netzlast, Strompreise oder Eigenerzeugung. Voraussetzung ist eine vernetzte Produktion, sodass ein automatisches Eingreifen möglich ist. Und die dritte Art der Steuerung ist ein Strompreis-basiertes Management. Durch die Vermeidung von Lastspitzen lässt sich besonders der Leistungspreis des Netzbetreibers beeinflussen.
SWOT-Analyse
Stärken
- Hohe Wirtschaftlichkeit durch Reduktion des Leistungspreises und der Netzentgelte
- ausgereifte Technologie mit geringem Risiko
- Umsetzung bei vorhandener Datenbasis schnell und mit geringen Investitionskosten möglich
- Flexibel skalierbar auf Unternehmensgröße
Schwächen
- Nutzen hängt von tatsächlich steuerbaren Prozessen und Lasten ab, nicht jede Anlage kann beliebig abgeschaltet werden
- Wirtschaftlichkeit hängt stark vom Lastprofil ab, Spitzenlasten sollten aus dem Profil stark herausstechen
- CO2-Reduktion bzw. Reduktion des Energieverbrauchs ist begrenzt, da es eher um zeitliche Verschiebungen geht
- Lastmanagement erzeugt einen zusätzlichen Planungsaufwand, sofern die Produktion nicht automatisiert läuft
Chancen
- Kombination mit PV-Anlagen, Speichern, Blockheizkraftwerken und Energiemanagementsystemen steigert den Nutzen und die Flexibilität der Technologien
- Steigende Strompreise erhöhen den wirtschaftlichen Nutzen
- Regulatorische Anforderungen für Unternehmen steigen, wie CSRD, EnEfG, ISO 50001 und sorgen für die Verbreitung von Lastmanagement
- Zunehmende Digitalisierung, Industrie 4.0 und KI erleichtern die Einführung von Lastmanagementsystemen
Risiken
- Abhängigkeit vom Stand der technischen Infrastruktur, Nachrüstung von Sensorik erhöht den Invest
- Bei falscher Interpretation besteht Gefahr für Produktionsbeeinträchtigung
- Fehlende Standards für Schnittstellen und Datenformate
Erfolgsbeispiele
- In Baden-Württemberg umgesetzt: Beim Unternehmen DHV e-net zeigt eine neue Ladeinfrastruktur mit dynamischem Lastmanagement, wie mehrere E-Fahrzeuge gleichzeitig geladen werden können, ohne Netzüberlastungen zu verursachen. In Kombination mit Photovoltaik sinken die Fuhrparkkosten um bis zu 25 %.
Zum Erfolgsbeispiel - Dieses Erfolgsbeispiel zeigt den Effekt eines Lastmanagements bei einer Gießerei. Hierbei handelt es sich um besonders energieintensive Prozesse, die gleichzeitig ein großes Potenzial darstellen zur Einsparung von Energie.
Zum Erfolgsbeispiel
Technologieanbieter
Mögliche Technologieanbieter aus Baden-Württemberg: AMPERFIED GmbH, Ciobirdan Elektrotechnik & Montage, TTSolar