Energieerzeugung - GreenTech BW
Technologie

Magnetokalorische Kühltechnologie

Energieeffizient kühlen ohne klimaschädliche Kältemittel: Die Technologie eröffnet neue Wege für nachhaltige Kälteanwendungen.
Stand:

Technologie-Check

Technologischer Reifegrad (TRL)

Wie reif ist die Technologie?
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9

Marktreife

Wann wird die Technologie marktreif sein?
Heute
2030
2035
2040

Anwendungsbereich

In welchem Geltungsbereich nach GHG Protocol wirkt die Technologie?
1
2
3

Wirtschaftlichkeit

Wie ist das Verhältnis von finanziellem Einsatz zum generierten Nutzen?
€€
€€€

Potenzielle Reduktion der Umweltauswirkungen

Wie stark lassen sich die negativen Umweltauswirkungen durch den Einsatz dieser Technologie im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren verringern?
Groß Mittel Klein

Definition und Wirk-/Funktionsprinzip

Bei magnetokalorischen Materialien handelt es sich um spezielle Legierungen aus Gadolinium oder seltenen Erden, deren Temperatur sich durch Einfluss eines externen Magnetfelds ändert - der magnetokalorische Effekt (MCE). Wird ein Magnetfeld angelegt, richten sich die Dipole aus und die Entropie sinkt, dadurch kommt es zur Erwärmung der Materialien. Durch Entfernen des Magnetfelds steigt die Entropie wieder und das Material kühlt ab. Durch Verschaltung mit einem Wärmeträgerfluid kann ein Kühlkreislauf aufgebaut werden, der sowohl als Raumkühlung genutzt werden kann als auch in Form von Prozesskälte eingesetzt werden kann. Aktuell gibt es Demonstrationsanlagen für Haushalte oder Spezialanwendungen, die Technologie birgt jedoch ein großes Potenzial.

Magnetokalorischer Kühlzyklus - Schaubild
Magnetokalorischer Kühlzyklus - Schaubild (Fraunhofer IPM (2026). https://www.ipm.fraunhofer.de/de/gf/gastechnologie-spektroskopie/komp/kalorische-systeme/magnetokalorische-systeme.html)

SWOT-Analyse

Welche aktuellen Stärken und Schwächen hat die Technologie? Welche externen Entwicklungen (Chancen, Risiken) beeinflussen die Technologie? Gibt es Normen und Vorgaben?

Stärken

  • Alternative zu Kühlsystemen mit klimaschädlichen Kältemitteln
  • Hohe Energieeffizienz mit bis zu 30 % Energieeinsparungspotenzial
  • Geringerer Wartungsaufwand, da der Aufbau weniger komplex ist
  • Zukunftsfähig, da auch zukünftige Klimaschutzanforderungen erfüllt werden

Schwächen

  • Materialabhängigkeit von Seltenen Erden, Gadolinium oder Neodym
  • Technologie noch nicht vollständig industrialisiert, somit wenige Anbieter auf dem Markt
  • Systemintegration kann sich komplex gestalten
  • Bisher fehlende Hochskalierung führt zu höheren Preisen

Chancen

  • Regulierungen für Kältemittel werden tendenziell strenger und können durch diese Technologie umgangen werden
  • Nachfrage nach nachhaltigen Kühlsystemen nimmt kontinuierlich zu und führt zur weiteren Etablierung neuer Technologien
  • Breite Einsatzmöglichkeiten von privaten Haushalten, über Supermärkte, Bürogebäude bis zu Elektronikkühlung
  • Ständige Materialentwicklungen ersetzen zukünftig die Seltenen Erden

Risiken

  • Konkurrenz durch alternative und etablierte Technologien, die in ihrer Effizienz weiterentwickelt werden
  • Lieferketten und Anbieter sind noch nicht bzw. nur in geringem Umfang etabliert
  • Unsicherheiten über die Langzeitstabilität der Systeme führen zu ablehnender Haltung

Erfolgsbeispiele

  • In Baden-Württemberg umgesetzt: Am Fraunhofer‑Institut für Physikalische Messtechnik IPM werden neuartige magnetokalorische Kühlsysteme entwickelt, die ohne klimaschädliche Kältemittel auskommen und besonders energieeffizient arbeiten. Die Technologie nutzt den magnetokalorischen Effekt von Materialien, um durch Magnetisierung und Entmagnetisierung Wärme abzuführen und so nachhaltige Alternativen zu konventionellen Kompressorkühlsystemen zu schaffen.
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  • Das Beispiel zeigt einen Überblicksartikel, der die Vorteile und Potenziale der Technologie aufzeigt und ein Video, das die magnetokalorimetrische Kühlung in einem Supermarkt zeigt.
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Quelle