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Technologie

Mineralisierung

CO₂ dauerhaft binden: Mineralisierung verwandelt Abgase in stabile Karbonate – als Baustoffe nutzbar und mit echtem Langzeitspeicher-Effekt.
Stand:

Technologie-Check

Technologischer Reifegrad (TRL)

Wie reif ist die Technologie?
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9

Marktreife

Wann wird die Technologie marktreif sein?
Heute
2030
2035
2040

Wirtschaftlichkeit

Wie ist das Verhältnis von finanziellem Einsatz zum generierten Nutzen?
€€
€€€

Definition und Wirk-/Funktionsprinzip

Bei der Mineralisierung wird CO2 dauerhaft in stabile mineralische Carbonate umgewandelt.
Das wichtigste Produkt ist:

Kalziumcarbonat (CaCO3)
→ wird eingesetzt als:

  • Füllstoff in Kunststoffen,
  • Lebensmittelzusatzstoff,
  • Düngerbestandteil,
  • Zuschlagstoff in Beton oder Baustoffen

Mineralisierung ist ein Stand-Alone-Prozess mit direkter CO2-Nutzung.
Energiebedarf: 5 MWh/t Produkt (mittlerer Bereich).
Strombedarf ist prozessabhängig, aber geringer als bei elektrochemischen Verfahren.

Mineralisierung zählt zu den wenigen Technologien, die CO2 dauerhaft binden.

SWOT-Analyse

Welche aktuellen Stärken und Schwächen hat die Technologie? Welche externen Entwicklungen (Chancen, Risiken) beeinflussen die Technologie? Gibt es Normen und Vorgaben?

Stärken

  • Dauerhafte CO2-Bindung 
  • Hoher TRL (9) → industriell verfügbar
  • Mittlerer Energiebedarf (5 MWh/t)
  • Breite industrielle Anwendung (Baustoffe, Dünger, Lebensmittel, Kunststoffe)
  • Stand-Alone-Prozess ermöglicht direkte CO2-Nutzung ohne Vorstufen

Schwächen

  • Geringe Produktdiversität
  • Begrenzter Marktwert von Carbonaten → niedrige Marge
  • Materialtransport und Verarbeitung häufig volumenintensiv
  • Produktqualität kann schwanken, abhängig vom CO2-Strom und Materialinput

Chancen

  • Großer Bedarf in der Baustoffindustrie, besonders in klimafreundlichen Betonkonzepten
  • Politische Unterstützung durch EU und nationale Strategien („Carbon Removal“)
  • Möglichkeit der Nutzung von abfallbasierten Mineralfraktionen (z. B. Schlacken)
  • Kann in lokale industrielle Cluster integriert werden (Zement, Stahl)

Risiken

  • Wettbewerb mit natürlichem CaCO3, das oft günstiger und in hoher Qualität verfügbar ist
  • Die Umweltbilanz kann negativ sein, wenn der Prozess nicht mit erneuerbarem Strom betrieben wird
  • Logistische Herausforderungen bei großvolumigen Stoffströmen
  • Öffentliche Akzeptanz hängt von Materialeinsatz (z. B. Abfallstoffen) ab

Erfolgsbeispiel

In Baden-Württemberg umgesetzt: RECULAR GmbH & Co. KG / Neustark AG (Karlsruhe / Baden-Württemberg)

Im Februar 2025 wurde eine neue Rekarbonatisierungsanlage eröffnet — die dritte ihrer Art in Deutschland — mit Standort in der Region Karlsruhe. Dabei wird CO2 zu aufbereiteten Abbruchbeton gegeben, wodurch dieser mineralisch karbonatisiert und das CO2 dauerhaft gebunden wird. Zum Erfolgsbeispiel. 

Parallel dazu wurde eine Pilotanlage der Heinrich Feeß GmbH & Co. KG in Kirchheim unter Teck (Landkreis Esslingen, BW) errichtet, um CO2 in recycelter Gesteinskörnung zu speichern — zur Herstellung von ressourcenschonendem Beton (R-Beton). Diese Anlage wurde vom Land Baden-Württemberg gefördert.  Zur Pilotanlage.
 

Technologieanbieter

Quelle