Materialien und Rohstoffe - grüne Technologien
Technologie

ORC-Anlagen

Nutzung von Abwärme: ORC-Anlagen wandeln industrielle Wärme in Strom um und steigern Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit regenerativer Systeme.
Stand:

Technologie-Check

Technologischer Reifegrad (TRL)

Wie reif ist die Technologie?
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Marktreife

Wann wird die Technologie marktreif sein?
Heute
2030
2035
2040

Anwendungsbereich

In welchem Geltungsbereich nach GHG Protocol wirkt die Technologie?
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3

Wirtschaftlichkeit

Wie ist das Verhältnis von finanziellem Einsatz zum generierten Nutzen?
€€
€€€

Potenzielle Reduktion der Umweltauswirkungen

Wie stark lassen sich die negativen Umweltauswirkungen durch den Einsatz dieser Technologie im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren verringern?
Groß Mittel Klein

Definition und Wirk-/Funktionsprinzip

Eine Orc-Anlage (Organic Rankine Cycle) arbeitet ähnlich einer Dampfturbine. Es handelt sich um einen thermodynamischen Kreisprozess, der wie ein Dampfkraftprozess arbeitet. Das Arbeitsmedium ist jedoch eine organische Flüssigkeit wie Siloxane oder Kohlenwasserstoffe. Der Vorteil dabei ist eine wesentlich niedrigere Siedetemperatur im Vergleich zu Wasser, sodass diese Systeme auch mit Energiequellen mit deutlich niedrigerer Temperatur (80-350 °C) arbeiten können.


Als Wärmequellen können sowohl Abwärme als auch regenerative Wärme aus Biomasse, Geothermie oder Solarthermie eingesetzt werden. Diese Verdampfen das Arbeitsmedium, welches dann eine Turbine zur Stromerzeugung antreibt. Nach dem Abkühlen wird das Arbeitsmedium dann in den Kreislauf zurückgeführt.
Die elektrischen Wirkungsgrade liegen typischerweise bei 10-20 % in Abhängigkeit vom Ausgangstemperaturniveau.

SWOT-Analyse

Welche aktuellen Stärken und Schwächen hat die Technologie? Welche externen Entwicklungen (Chancen, Risiken) beeinflussen die Technologie? Gibt es Normen und Vorgaben?

Stärken

  • Durch die Nutzung von Energiequellen mit niedriger Temperatur können größere Anwendungsgebiete erschlossen werden
  • Die robuste Bauweise führt zu einer hohen Betriebszuverlässigkeit und einer langen Laufzeit
  • Die Systeme sind in der Regel modular und somit auch skalierbar von 100 kW bis zu mehreren MW
  • Kein CO2-Ausstoß
  • Für viele Wärmequellen einsetzbar

Schwächen

  • Geringe elektrische Wirkungsgrade im Vergleich zu Dampfkraftwerken
  • Voraussetzung für eine stabile Laufzeit sind konstante Wärmequellen
  • Wärmequellen aus organischem Brennmaterial benötigen zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen
  • Investitionskosten relativ hoch
  • Wirtschaftlichkeit nur bei hoher Auslastung gegeben

Chancen

  • Rechtliche Rahmenbedingungen (CSRD, EU Green Deal) fördern Umsetzung von Maßnahmen für nachhaltige Energieerzeugung
  • Beitrag zur Dekarbonisierung der Industrie möglich
  • Kombination mit weiteren Schlüsseltechnologien wie Geothermie oder BHKW fördert die Marktdurchdringung und kann zusätzlich Strom erzeugen
  • Technologische Entwicklungen führen zur Effizienzsteigerung

Risiken

  • Konkurrenzsituation zu Alternativtechnologien
  • Schwankende Strompreise beeinflussen die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens
  • Arbeitsmedienregulierung kann bestimmte Arbeisfluide einschränken
  • Integration in Bestandsanlagen kann komplex und kostenintensiv sein

Erfolgsbeispiele

  • In Baden-Württemberg umgesetzt: Betrieb einer ORC-Mikrogasturbinenanlage zur Verwertung von Deponiegas auf der Deponie Sinsheim.
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  • Abschlussbericht zur Errichtung einer industriellen ORC-Anlage mit mittlerer Größe (500 kW elektrische Erzeugung im Stahlwerk Georgsmarienhütte. 
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  • Reduktion des Schadstoffausstoßes bei Warmbehandlungsprozessanlagen durch Verstromung der weitgehenden ungenutzten Prozessabwärme.
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Technologieanbieter aus Baden-Württemberg: Dürr CTS GmbH

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Quelle