Materialien und Rohstoffe - grüne Technologien
Technologie

Papierdruck - RSR®-Verfahren

Innovatives Druckverfahren integriert Digitaldruck direkt in die Papierproduktion und spart Ressourcen, Zeit und Emissionen bei Verpackungserzeugung.
Stand:

Technologie-Check

Technologischer Reifegrad (TRL)

Wie reif ist die Technologie?
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Marktreife

Wann wird die Technologie marktreif sein?
Heute
2030
2035
2040

Anwendungsbereich

In welchem Geltungsbereich nach GHG Protocol wirkt die Technologie?
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3

Wirtschaftlichkeit

Wie ist das Verhältnis von finanziellem Einsatz zum generierten Nutzen?
€€
€€€

Potenzielle Reduktion der Umweltauswirkungen

Wie stark lassen sich die negativen Umweltauswirkungen durch den Einsatz dieser Technologie im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren verringern?
Groß Mittel Klein

Definition und Wirk-/Funktionsprinzip

Der Digitaldruck ist ein Druckverfahren, bei dem die Druckdaten kontaktlos aus digitalen Dateien auf ein Substrat übertragen werden können. Dabei wird keine Maske benötigt. Die typischsten Vertreter sind Inkjet (Tintenstrahldruck) und Elektrofotografie-Technologie. Die Technologie erlaubt die Verarbeitung verschiedenster Materialien vom klassischen Farbdruck über leitfähige Metalltinten bis hin zu Verarbeitung von Kunststoffen, die auch für die additive Fertigung eingesetzt werden können. 

In der Regel ist dem Druckprozess ein Trocknungsschritt nachgeschalten, bspw. durch UV- oder IR-Strahlung, sodass die Technologie auch für Serienproduktionen eingesetzt werden kann. Industrielle Drucker, die als Rollendruckmaschinen arbeiten, erreichen Geschwindigkeiten von mehreren Hundert Metern pro Minute. Typischerweise wird Digitaldruck bei Verpackungs-, Werbemittel oder der Papierindustrie eingesetzt und ist dort auch als RSR(R)-Verfahren (Roll-to-Sheet Repro) bekannt.

Neue Entwicklungen nutzen die Technologie beispielsweise auch zum Aufbau elektronischer Schaltungsträger durch Verwendung von leitfähigen Materialien als Tinte.

SWOT-Analyse

Welche aktuellen Stärken und Schwächen hat die Technologie? Welche externen Entwicklungen (Chancen, Risiken) beeinflussen die Technologie? Gibt es Normen und Vorgaben?

Stärken

  • Extrem hohe Flexibilität durch maskenlose Verfahren mit geringen Rüstzeiten und die direkte Übertragung des Designs aus einer digitalen Datei
  • Reduktion von Lagerbeständen und Überproduktion durch On-Demand-Produktion möglich
  • Flexibilität erlaubt hohen Individualisierungsgrad
  • Geringe Umweltbelastung, da es ein additives Verfahren ist, bei dem Material nur da aufgetragen wird, wo es benötigt wird - Abfälle wie Klärschlämme können somit deutlich reduziert werden

Schwächen

  • Kosten bei sehr großen, einheitlichen Auflagen liegen höher als bei vergleichbaren Verfahren wie Offset- oder Flexodruck
  • Eine Vorbehandlung der Druckunterlage (Papiere, Kunststoffe, o.Ä.) kann möglich sein, um ein optimales Druckergebnis zu erzielen
  • Tinten- und Tonerkosten können im Dauereinsatz höher sein

Chancen

  • Technologische Entwicklungen führen zu höheren Geschwindigkeiten, einer höheren Materialvielfalt, sowohl bei Druckunterlage, als auch bei Tinte
  • Existierender Trend der Individualisierung führt zu stärkerem Bedarf am Markt
  • Deutliche Vorteile bei Nachhaltigkeitsaspekten gewinnen zunehmend an Bedeutung
  • Integration in bestehende Prozesse möglich
  • Kombination mit KI-Optimierung und Workflow-Automatisierung erhöht Integrationsmöglichkeiten

Risiken

  • Hohe Investitionskosten für industrielle Digitaldrucktechnologien
  • Starker Wettbewerb und Preissenkungen durch Effizienzsteigerungen bei alternativen Drucktechnologien
  • Technologische Weiterentwicklung kann zu schnellem Veralten von Systemen führen

Erfolgsbeispiele

  • In Baden-Württemberg umgesetzt: Heidelberg Druckmaschinen entwickelt das eigene Portfolio kontinuierlich weiter und bietet damit auch seinen Kunden immer neue Möglichkeiten und Produkte.
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  • Anwendungsbeispiel, bei dem Digitaldruck zur Herstellung von individuellen Bodenbelägen eingesetzt wird.
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Technologieanbieter

Möglicher Technologieanbieter aus Baden-Württemberg: Notion Systems GmbH

Quelle