Industrieanlage und Fluss von oben, repräsentieren Klimaschutztechnologie im GreenTech-Bereich
Technologie

Polycarbonatsynthese

CO₂ als Rohstoff für Carbonate & hochwertige Polymere – energiearm (1–1,4 MWh/t) und als Stand-alone-Prozess ohne Synthesegasroute.
Stand:

Technologie-Check

Technologischer Reifegrad (TRL)

Wie reif ist die Technologie?
1
2
3
4
5
6
7
8
9

Marktreife

Wann wird die Technologie marktreif sein?
Heute
2030
2035
2040

Wirtschaftlichkeit

Wie ist das Verhältnis von finanziellem Einsatz zum generierten Nutzen?
€€
€€€

Definition und Wirk-/Funktionsprinzip

Bei der Polycarbonatsynthese wird CO2 als Rohstoff zur Herstellung von Carbonaten und Polycarbonaten genutzt.
Zu den wichtigsten CO2-basierten Produkten zählen:

  • Diphenylcarbonat (DPC) → für aromatische Polycarbonate
  • Ethylencarbonat → für aliphatische Polycarbonate
  • Polycarbonatpolyol → Grundlage für Polyurethane

Energiebedarf liegt mit 1–1,4 MWh/t Produkt im niedrigsten Bereich aller betrachteten CCU-Technologien.

Der Prozess ist Stand-alone und benötigt keinen vorgeschalteten Synthesegasprozess.

SWOT-Analyse

Welche aktuellen Stärken und Schwächen hat die Technologie? Welche externen Entwicklungen (Chancen, Risiken) beeinflussen die Technologie? Gibt es Normen und Vorgaben?

Stärken

  • Sehr niedriger Energiebedarf (1–1,4 MWh/t) – einer der besten Werte aller CCU-Prozesse
  • Breites Produktspektrum: Carbonate und Polycarbonatpolyole für Kunststoffe und Polyurethane
  • Industrielle Relevanz: Polycarbonate sind hochwertige technische Kunststoffe
  • Stand-alone-Prozess → kein tendenziell energieintensiver Vorprozess wie rWGS erforderlich

Schwächen

  • TRL variiert stark (4–9) → nicht alle Prozessvarianten voll industrialisiert
  • Geringe Zahl an Direktprodukten und Folgeprodukten
  • Komplexe Synthesechemie erfordert Katalysatoren und zusätzliche Reagenzien
  • Produktmärkte teilweise stark umkämpft (Polycarbonate, Polyol-Wertschöpfungskette)

Chancen

  • Hoher Bedarf an nachhaltigen Kunststoffen, z. B. in Elektronik, Fahrzeugbau, Verpackungen
  • CO2-basierte Carbonate können fossile Phosgen-basierte Prozesse ersetzen (bessere Umweltbilanz)
  • Markttrend hin zu CO2-basierten Polymeren unterstützt Nachfrage

Risiken

  • Konventionelle petrochemische Carbonate oft günstiger → Preiswettbewerb
  • Qualitätsanforderungen der Kunststoffindustrie sehr hoch
  • Rohstoff- und Katalysatorverfügbarkeit beeinflussen Skalierbarkeit

Erfolgsbeispiel

Covestro – cardyon® (Dormagen)

Industrielle Herstellung von CO2-basierten Polycarbonat-Polyolen mit bis zu 20 % CO2 im Produkt.
Eingesetzt in Schäumen, Elastomeren, Klebstoffen. Weltweit erstes industrielles CCU-Polyol. Zum Erfolgsbeispiel.

Quelle