Materialien und Rohstoffe - grüne Technologien
Technologie

Prädiktive Instandhaltung

Mit datengetriebener Überwachung Ausfälle vorhersagen, Wartung optimieren und Stillstände reduzieren – für effiziente Instandhaltung.
Stand:

Technologie-Check

Technologischer Reifegrad (TRL)

Wie reif ist die Technologie?
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Marktreife

Wann wird die Technologie marktreif sein?
Heute
2030
2035
2040

Anwendungsbereich

In welchem Geltungsbereich nach GHG Protocol wirkt die Technologie?
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2
3

Wirtschaftlichkeit

Wie ist das Verhältnis von finanziellem Einsatz zum generierten Nutzen?
€€
€€€

Potenzielle Reduktion der Umweltauswirkungen

Wie stark lassen sich die negativen Umweltauswirkungen durch den Einsatz dieser Technologie im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren verringern?
Groß Mittel Klein

Definition und Wirk-/Funktionsprinzip

Vorausschauende Instandhaltung ist eine proaktive Instandhaltungsstrategie mit dem Ziel, die Restnutzungsdauer (Remaining Useful Life, RUL) von Anlagenkomponenten auf Basis umfassender Analysen von Produktionssystemen zu berechnen, um den exakten Zeitpunkt für die Instandhaltung zu bestimmen und damit entsprechende Instandhaltungsmaßnahmen zu planen. Dabei soll der Zustand einer sich im Betrieb befindlichen Komponente bestimmt und Abschätzungen abgeleitet werden, wann eine Wartung durchzuführen ist. Zielsetzung ist dabei, ein Optimum zwischen Kosten für Ausfall oder regelmäßige Wartungsintervalle und Aufwänden zur Verlängerung der Lebensdauer zu finden. Ein optimaler Ansatz ist das Zusammenspiel eines physikbasierten Modells mit einem datengetriebenen Ansatz.


Dabei kann das physikbasierte Modell das Verhalten komplett simulieren. Auch lassen sich im Vorfeld verschiedene Schadensfälle simulieren und virtuelle Sensordaten generieren. Der datengetriebene Ansatz setzt dann auf die Analyse großer Datenmengen, in dem mittels Algorithmik die Daten ausgewertet werden. Als Datenquellen können Sensoren, Maschinendaten oder historische Wartungsdaten herangezogen werden. So lassen sich Anomalien und Muster erkennen, welche als Grundlage für Entscheidungen bezüglich des richtigen Instandhaltungszeitpunkts dienen. Im Kern wird damit versucht, die Lebensdauer einer Anlage, eines Produktes oder Systems zu verlängern, um Verschwendung und Neuproduktion zu vermeiden und damit entstehende klimaschädliche Emissionen zu vermeiden.

SWOT-Analyse

Welche aktuellen Stärken und Schwächen hat die Technologie? Welche externen Entwicklungen (Chancen, Risiken) beeinflussen die Technologie? Gibt es Normen und Vorgaben?

Stärken

  • Reduzierung von Ausfallzeiten: frühzeitige Erkennung von potenziellen Fehlfunktionen und Minimierung von Ausfallzeiten und Produktionsunterbrechungen
  • Ressourceneffizienz: Überwachung von Anlagen und Maschinen vermeidet unnötige Wartungsarbeiten > optimierte Nutzung von Energie, Material und Arbeitskraft
  • Längere Lebensdauer von Anlagen: rechtzeitige Durchführung von Maßnahmen
  • Verschleiß von Anlagen minimieren und Lebensdauer verlängern
  • Kostenoptimierung: Planung von Instandhaltungsmaßnahmen reduzieren Kosten aufgrund unvorhergesehener Ausfälle
  • Verbesserung der Sicherheit: potenzielle Sicherheitsrisiken frühzeitig erkennen und beheben > sicherere Arbeitsumgebung und Verhinderung von Unfällen oder Schäden

Schwächen

  • Komplexität der Implementierung: Einsatz von Sensoren, Datenanalyse-Tools und eine entsprechende Infrastruktur
  • Datenmanagement: Sammlung, Verarbeitung und Analyse großer Datenmengen > robuste Dateninfrastruktur und datenschutzrechtliche Aspekte erforderlich
  • Fachkräftemangel: Bedarf an qualifiziertem Personal
  • Abhängigkeit von Datenqualität: unvollständige oder fehlerhafte Daten führen zu falschen Vorhersagen und ineffektiven Wartungsmaßnahmen
  • Akzeptanz und Kulturwandel: Wandel in der Denkweise und eine Überwindung von Vorbehalten, insbesondere bei der Nutzung von Daten und automatisierten Entscheidungen

Chancen

  • Energieeffizienz: Senkung von Energieverbrauch und CO2-Emissionen durch die Optimierung des Betriebs der Anlagen
  • Klimaneutrale Produktion: frühzeitige Erkennung ineffizienter oder defekter Komponenten > Vermeidung von Material- und Ressourcenverschwendung
  • Optimierung von Wartungszyklen: Optimierung der Wartungsintervalle, Maximierung der Nutzungsdauer
  • Innovationspotenzial: Möglichkeiten für kontinuierliche Verbesserungen und neue Anwendungsfelder gegeben
  • Digital Twins und Cloud-Analytics erweitern Funktionsumfang
  • Förderprogramme (Digitalisierung, Energieeffizienz, KI) sind verfügbar

Risiken

  • Datenschutz und Sicherheit: Datenschutz- und Sicherheitsrisiken > Schutz sensibler Informationen
  • Technologische Abhängigkeit: technologische Störungen oder Ausfälle > Betriebsunterbrechungen
  • Kosten für Implementierung und Schulung: Investitionen in Technologie, Schulungen und Anpassungen der bestehenden Prozesse
  • Fehlerhafte Vorhersagen: falsche Vorhersagen oder ungenaue Modelle führen zu ineffektiven Wartungsmaßnahmen
  • Komplexe Systeme mit verschiedenen Sensoren und Algorithmen > Integration und Koordination dieser Systeme bergen technische Herausforderungen und bringen Fehlerquellen mit sich
  • Schneller technologischer Wandel birgt das Risiko technologischer Überalterung

Erfolgsbeispiel

  • In Baden-Württemberg umgesetzt: Festo nutzt prädiktive Instandhaltung beispielsweise bei dem Einsatz von Pneumatikzylindern. 
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  • BASF setzt die prädiktive Instandhaltung in verschiedenen Unternehmensbereichen ein. Durch den hohen Grad der Digitalisierung stehen große Datenmengen zur Verfügung, die ebenfalls für die Vorhersage des Funktionszustands von kritischen Anlageteilen wie Verdichter oder Wärmetauscher eingesetzt werden können.
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Technologieanbieter

Mögliche Technologieanbieter aus Baden-Württemberg: Scable AG, SPIE RODIAS GmbH

Quelle