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Technologie

Recycling durch Niedertemperatur-Plasmatechnologie

Niedertemperatur-Recycling ermöglicht energieeffiziente Stofftrennung und -rückgewinnung, für hochwertige Rezyklate und nachhaltige Kreislaufprozesse.
Stand:

Technologie-Check

Technologischer Reifegrad (TRL)

Wie reif ist die Technologie?
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Marktreife

Wann wird die Technologie marktreif sein?
Heute
2030
2035
2040

Anwendungsbereich

In welchem Geltungsbereich nach GHG Protocol wirkt die Technologie?
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3

Wirtschaftlichkeit

Wie ist das Verhältnis von finanziellem Einsatz zum generierten Nutzen?
€€
€€€

Potenzielle Reduktion der Umweltauswirkungen

Wie stark lassen sich die negativen Umweltauswirkungen durch den Einsatz dieser Technologie im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren verringern?
Groß Mittel Klein

Definition und Wirk-/Funktionsprinzip

Das Recycling von Metallen mit Hilfe der Plasmatechnologie erfolgt durch ein Niedertemperaturplasma oder kaltes Plasma (engl. Low-Temperatur Plasma, LTP). Durch Ionisation eines Gases wird ein Plasma erzeugt, das typischerweise Temperaturen bis max. 1000°C hat. Das Plasma kann Beschichtungen, organische Verunreinigungen und Verbundmaterialien selektiv entfernen. Es kann zur Aufbereitung komplexer metallhaltiger Abfälle wie Elektroschrott oder Batterien eingesetzt werden und erlaubt die Verwendung der Metalle als Sekundärrohstoffe.

Recycling durch Plasmatechnologie
Plasmatechnologie - Schaubild (Plasmatreat GmbH (2024). https://www.aluminium-journal.de/plasmatechnologie-fuer-eine-gruenere-feinstreinigung)

SWOT-Analyse

Welche aktuellen Stärken und Schwächen hat die Technologie? Welche externen Entwicklungen (Chancen, Risiken) beeinflussen die Technologie? Gibt es Normen und Vorgaben?

Stärken

  • Selektive Entfernung von Verunreinigungen oder Beschichtungen erlaubt die Gewinnung einer hohen Reinheit der Metalle
  • Technologie ist nachhaltiger, da deutlich weniger Chemikalien eingesetzt werden müssen als bei der etablierten hydrometallurgischen Aufbereitung
  • Besonders lohnend bei komplexen metallhaltigen Abfällen mit wertvollen Metallgehalten

Schwächen

  • Strombedarf für die Plasmaerzeugung ist relativ hoch und macht den Großteil der Betriebskosten aus
  • Investitionskosten für den Plasmareaktor sind hoch
  • Wirtschaftlichkeit hängt von den Strompreisen und den Metallgehalten der Abfälle ab

Chancen

  • Elektronikrecycling ist ein stark wachsender Markt, der durch regulatorische Anforderungen wie WEEE weiter gepusht wird und zur Etablierung neuer Technologien beitragen kann
  • Aufbau resilienter Lieferketten durch Aufbereitung von regionalen Abfallströmen und Gewinnung von Sekundärrohstoffen
  • Automatisierung und Digitalisierung von Recyclingprozessen kann zur Abfederung von Qualitätsschwankungen in den Abfallströmen beitragen
  • Der Einsatz von erneuerbaren Energien macht die Technologie deutlich nachhaltiger

Risiken

  • Konkurrenz durch etablierte hydro- oder pyrometallurgische Verfahren
  • Schwankende Metallpreise und Metallgehalte der Abfälle wirken sich auf die Wirtschaftlichkeit der Technologie aus
  • Regulatorische Anforderungen machen Genehmigungsprozess für neue Anlagen häufig zur Herausforderung

Erfolgsbeispiele

  • In Baden-Württemberg umgesetzt: Das Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB nutzt Niedertemperatur-Plasmatechnologie zur Reinigung und Aufbereitung von Metalloberflächen, wodurch Prozesse ohne Chemikalien auskommen und ressourcenschonender gestaltet werden.
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  • Die Technologie befindet sich noch immer in der Entwicklung, bietet jedoch ein enormes Potenzial für begrenzte Metallressourcen. Aus diesem Grund wird in Freiberg auch weiter an der Metallaufbereitung mit Plasmatechnologie geforscht.
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Technologieanbieter

Mögliche Technologieanbieter aus Baden-Württemberg: plasma technology GmbH, Universität Stuttgart

Quelle