Materialien und Rohstoffe - grüne Technologien
Technologie

ReUse-Beton (RC-Beton mit CO₂-Karbonatisierung)

Beton wiederverwenden und gleichzeitig CO₂ binden: Recyclingbeton und CO₂-Carbonatisierung machen Bauprozesse ressourcenschonender.
Stand:

Technologie-Check

Technologischer Reifegrad (TRL)

Wie reif ist die Technologie?
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Marktreife

Wann wird die Technologie marktreif sein?
Heute
2030
2035
2040

Anwendungsbereich

In welchem Geltungsbereich nach GHG Protocol wirkt die Technologie?
1
2
3

Wirtschaftlichkeit

Wie ist das Verhältnis von finanziellem Einsatz zum generierten Nutzen?
€€
€€€

Potenzielle Reduktion der Umweltauswirkungen

Wie stark lassen sich die negativen Umweltauswirkungen durch den Einsatz dieser Technologie im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren verringern?
Groß Mittel Klein

Definition und Wirk-/Funktionsprinzip

Bei ReUse-Beton handelt es sich um Beton, der aus Abbruchmaterial gewonnen wird. Der Bauschutt wird aufbereitet, zerkleinert und in Fraktionen unterteilt. Die sogenannte Körnung wird dann mit CO2 behandelt. Dieses dringt in die Struktur des Betons ein und reagiert mit Calciumhydroxid zu Calciumcarbonat, die sogenannte Karbonatisierung. Dies führt zu einer Verdichtung und Verfestigung des Materials. Diese Körnung (RC-Gesteinskörnung) kann dann für neue Betonmischungen anstelle der natürlichen Gesteinskörnung eingesetzt werden. Es kommt ebenfalls zur Änderung des pH-Wertes, sodass dieses Material nicht für Stahlbewehrungen eingesetzt werden kann, da der Korrosionsschutz aufgehoben ist.

Reuse-Beton - Schaubild
ReUse-Beton - Schaubild (CEMEX (2026). https://www.cemex.de/produkte/beton/r-beton)

SWOT-Analyse

Welche aktuellen Stärken und Schwächen hat die Technologie? Welche externen Entwicklungen (Chancen, Risiken) beeinflussen die Technologie? Gibt es Normen und Vorgaben?

Stärken

  • Aktive Bindung von CO2 und Speicherung 
  • Reduzierung des Primärrohstoffs (Gesteinskörnung)
  • Teil der Kreislaufwirtschaft in der Baubranche
  • Änderung der Materialeigenschaften kann vorteilhaft für bestimmte Anwendungen sein

Schwächen

  • Die Materialqualität kann schwanken bzw. muss durch kontinuierliche Kontrollen überwacht werden
  • Bei der Karbonatisierung handelt es sich um zusätzliche Prozessschritte, die die gesamte Komplexität erhöhen
  • Zusätzliche Prozessschritte sind mit Investitionen verbunden
  • Rechtliche Rahmenbedingungen teilweise noch zu eng, lassen Verwendung von aufbereitetem Beton nicht zu

Chancen

  • Nachfrage nach nachhaltigem Beton/ Baumaterial nimmt kontinuierlich zu
  • Kombination mit Carbon-Capture-Nutzungskonzepten steigert das Potenzial
  • Teil von Urban-Mining durch Verwendung von Bauschutt als Rohstoff
  • Möglicherweise regulatorische Vorteile durch CO2-Zertifikate oder ähnliche Anerkennungen

Risiken

  • Wirtschaftliche Abhängigkeit von Regulierungen und zukünftigem Umgang mit CO2-Bepreisung
  • Akzeptanz im Bauwesen setzt sich nur zögerlich durch
  • Regionale Nutzung von Bauschutt zu bevorzugen, da lange Transportwege die Wirtschaftlichkeit schmälern

Erfolgsbeispiele

  • In Baden-Württemberg umgesetzt: Mit dem Förderprogramm „R-Beton“ unterstützt das Land Baden-Württemberg den Einsatz von ressourcenschonendem Beton im Hochbau.
    Zum Erfolgsbeispiel
  • Ein weiteres Erfolgsbeispiel ist der Bau einer neuen Produktionshalle in einem Familienunternehmen unter Einsatz von recyceltem Beton. Dabei kann im Vergleich zu normalem Beton ca. 40 % CO2 eingespart werden.
    Zum Erfolgsbeispiel

Technologieanbieter

Mögliche Technologieanbieter aus Baden-Württemberg: Heidelberg Materials AG, Betonwerk Kressbronn GmbH & Co. KG

Technologieanbieter

Quelle