Satellitengestützte Rohstoff-Rückverfolgbarkeit
Technologie-Check
Definition und Wirk-/Funktionsprinzip
Durch das Zusammentragen einer ganze Reihe von Informationen wird es möglich, die Herkunft von Rohstoffen und deren Wege transparenter darzustellen. Zu den Quellen der Informationen gehören Satellitenbeobachtungen, Geodatenanalysen in Kombination mit KI, digitale Lieferkettenplattformen, aber auch die Kombination mit Logistik- und Unternehmensdaten. Auf dieser Basis lässt sich nachverfolgen wo Rohstoffe abgebaut und transportiert wurden. Durch diese Transparenz soll verhindert werden, dass illegale Aktivitäten zusammen mit Umwelt- und Menschen-gefährdenden Bedingungen durchgeführt werden. Beispiele für solche Initiativen sind Global Forest Watch, ESA Copernicus Satellitenprogramme oder Circulor für Batterierohstoffe.
SWOT-Analyse
Stärken
- Transparenz über Herkunft und Transportwege von Rohstoffen kann direkt an Kunden weitergegeben werden und schafft einen Wettbewerbsvorteil
- Früherkennung von illegalen Aktivitäten kann schlimmere Umweltauswirkungen verhindern
- Regulatorische Anforderungen wachsen immer stärker im Bereich der nachverfolgbaren Lieferketten, frühzeitige Auseinandersetzung mit dem Thema sorgt für Zukunftssicherheit
Schwächen
- Qualität der Datenbanken hängt stark von der Datenqualität und der Pflege der Daten ab
- Die Technologie hat keine direkte Emissionseinsparung, die Unternehmen angerechnet werden kann
- Integration in Bestandssysteme kann komplex sein und erfordert spezielles Know-How
- Zugang zu Informationsquellen ist mit entsprechenden Lizenzgebühren verknüpft, die für KMU häufig zu kostspielig sind
Chancen
- Digitale Lösungen können gut skaliert werden und werden durch Kombination mit KI immer weiter automatisiert
- Nachfrage nach transparenten Lieferketten nimmt immer weiter zu, sowohl durch Kunden als auch durch regulatorische Anforderungen
- Integration in Blockchain, digitale Produktpässe oder ESG-Reporting erhöhen die Verbreitung und zeigen den Mehrwert
- Informationsnutzung auch durch öffentliche Stelle für Monitoring der Landnutzung, Klimarisiken oder Biodiversität
Risiken
- Datenschutz muss über die komplette globale Lieferkette geklärt sein und kann recht komplex werden
- Know-How für die Auswertung der Daten ist erforderlich, um Fehlinterpretationen zu vermeiden
- Einschränkungen bei Datenzugriff, beispielsweise aufgrund geopolitischer Situationen, schränkt den Nutzen ein
- Häufig unvollständige Daten aufgrund komplexer globaler Lieferketten
Erfolgsbeispiele
- In Baden-Württemberg umgesetzt: Das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung nutzt satellitengestützte Daten, um landwirtschaftliche Flächen transparent zu erfassen und Veränderungen nachvollziehbar zu dokumentieren.
Zum Erfolgsbeispiel - Die EU-Regulierung zur entwaldungsfreien Lieferkette ist eine regulatorische Anforderung, der sich Unternehmen im Zusammenhang mit Lieferketten stellen müssen. Dabei können Satellitengenerierte Informationen dienlich sein.
Zum Erfolgsbeispiel
Technologieanbieter
Möglicher Technologieanbieter aus Baden-Württemberg: Regierungspräsidium Freiburg