Hohlkörperblasanlage mit Dreifach-Extrusion
Technology Check
Definition und Wirk-/Funktionsprinzip
Bei einer Hohlkörperblasanlage mit 3-fach Extrusion handelt es sich um ein spezielles Verfahren, dass die Herstellung von Hohlkörpern aus Kunststoff ermöglicht und dabei recycelte Materialien einsetzt. Voraussetzung dafür ist die Kombination von 3 Extrudern, die unterschiedliche Materialien verarbeiten können. Die zwei äußeren Extruder verarbeiten neues Material und der mittlere recyceltes Material. Auf diese Weise kann ein Körper erzeugt werden, der an den Außenseiten Neumaterial hat und im Kern ein Rezyklat. Für die Erzeugung von Hohlkörper wird zunächst ein Formling erstellt, der anschließend durch Blasformen seine Struktur erhält. Genutzt werden kann das Verfahren beispielswiese zur Herstellung von Flaschen oder Kanistern.
SWOT analysis
Strengths
- Einsatz von Rezyklaten bei Originaloberflächen möglich
- Rezyklatanteil kann je nach Geometrie relativ hoch sein
- Reduktion des CO2-Fußabdrucks
- Gute Skalierbarkeit für Serienfertigung
- Erfüllung von rechtlichen Anforderungen möglich
Weaknesses
- Investitions-, Betriebs- und Wartungskosten höher als bei konventionellen Anlagen
- Komplexität der Anlage erhöht Fehleranfälligkeit und Wartungsaufwand
- Prozessstabilität geht mit Qualität des Rezyklats einher
- Rezyklierung des Produktes kann bei Materialmischungen unmöglich sein
Opportunities
- Rechtliche Forderungen nach Rezyklatquote unterstützen die Einführung von technologischen Lösungen, auch wenn der Aufwand größer ist
- Etablierung neuer Geschäftsmodelle wird möglich
- Wettbewerbsvorteil durch nachhaltigere Produkte
- Gegebenenfalls Nutzung öffentlicher Förderprogramme möglich
Threats
- Stabilität der Rezyklatqualität ist noch nicht so gut, dass das diese ohne Prozessanpassungen für große Serien genutzt werden können
- Recyclingfähigkeit der erzeugten Produkte ist zum Teil eingeschränkt und verhindert die Etablierung am Markt
- Akzeptanz bei kritischen Anwendung wie Medizintechnik oder Lebensmittelkompatibilität ist gering
- Stetige Anpassungen bei regulatorischen Materialvorgaben führen zu Verunsicherungen
Erfolgsbeispiel
- Bekum setzt diese Technologie für die Verpackungsindustrie ein. Hier können sogar bis zu 7 Schichten erzeugt werden, um bestimmte Materialeigenschaften einstellen zu können.
Zum Erfolgsbeispiel
Technologieanbieter
Möglicher Technologieanbieter aus Baden-Württemberg: Coperion GmbH