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Technologie

Hydrierung

CO₂ direkt zu Methanol, Methan & Vorstufen: ein Stand-alone-Prozess mit großer Produktvielfalt – Schlüssel für e-Fuels und Chemie.
Stand:

Technologie-Check

Technologischer Reifegrad (TRL)

Wie reif ist die Technologie?
1
2
3
4
5
6
7
8
9

Marktreife

Wann wird die Technologie marktreif sein?
Heute
2030
2035
2040

Wirtschaftlichkeit

Wie ist das Verhältnis von finanziellem Einsatz zum generierten Nutzen?
€€
€€€

Definition und Wirk-/Funktionsprinzip

Bei der Hydrierung wird CO2 mithilfe von Wasserstoff (H2) in verschiedene chemische Produkte umgewandelt.
Zu den wichtigsten Zielprodukten zählen:

  • Methanol
    → Grundlage für Formaldehyd, Essigsäure, MTBE, Kraftstoffe, Lösungsmittel
  • Methan
    → z. B. als Energieträger oder als Grundchemikalie

Weitere Produkte wie Methylamine, Methylchlorid oder Vorstufen für Polymere.

Die Hydrierung ist ein Stand-Alone-Prozess, d. h. CO2 wird direkt umgesetzt. Es werden allerdings zusätzliche Rohstoffe (H2) benötigt.
Sie erreicht ein hohes Maß an Produktdiversität.

SWOT-Analyse

Welche aktuellen Stärken und Schwächen hat die Technologie? Welche externen Entwicklungen (Chancen, Risiken) beeinflussen die Technologie? Gibt es Normen und Vorgaben?

Stärken

  • Hohe Reife (TRL 9)
  • Sehr hohe Produktvielfalt – 17 Folgeprodukte / Verwendungsoptionen (Höchstwert)
  • Breite industrielle Nutzbarkeit (Chemie, Kraftstoffe, Lösungsmittel)
  • Stand-Alone-Prozess → direkte CO2-Nutzung möglich

Schwächen

  • Hoher Energiebedarf: 7 MWh pro Tonne Produkt → deutlich höher als bei FT oder rWGS
  • Abhängigkeit von zusätzlichem Wasserstoff, der selbst energieintensiv erzeugt werden muss
  • Teilweise geringe Produktpreise (z. B. Methanol) → geringere Marge
  • Abhängigkeit nachgelagerter Märkte (Lösungsmittel, Treibstoffe, Polymere)

Chancen

  • Wachsende Nachfrage nach grünem Methanol (Schifffahrt, Chemie, e-Fuels)
  • Starke politische Dynamik (ReFuelEU Aviation, FuelEU Maritime)
  • Einsatz in bestehenden Wertschöpfungsketten ohne große Änderungen an der Infrastruktur
  • Methanol als Plattformchemikalie ermöglicht Zugang zu vielen hochwertigen Produkten

Risiken

  • Wirtschaftlichkeit hochgradig von H2-Preis abhängig
  • Konkurrenz zu biogenen und fossilbasierten Methanolpfaden
  • Marktpreise für Methanol sind volatil → beeinflusst Investitionssicherheit
  • Höherer Energiebedarf führt bei nicht erneuerbarer Versorgung zu schlechter Umweltbilanz

Erfolgsbeispiel

Aus Baden-Württemberg: ICODOS bietet eine Lösung für die Verwertung von Biogas aus Abfallströmen wie Klärschlamm und biologischen Abfällen in Verbindung mit erneuerbarem Strom zur Erzeugung von Biomethan und e-Methanol. In dem patentierten Verfahren wird Kohlenstoffdioxid (CO2) aus dem Biogas abgetrennt und mit zusätzlichem grünem Wasserstoff (H2) aus einer Wasserelektrolyse in einem kombinierten Verfahren zu Methanol umgewandelt. Zum Anbieter.

Quelle