Hydrierung
Technologie-Check
Definition und Wirk-/Funktionsprinzip
Bei der Hydrierung wird CO2 mithilfe von Wasserstoff (H2) in verschiedene chemische Produkte umgewandelt.
Zu den wichtigsten Zielprodukten zählen:
- Methanol
→ Grundlage für Formaldehyd, Essigsäure, MTBE, Kraftstoffe, Lösungsmittel - Methan
→ z. B. als Energieträger oder als Grundchemikalie
Weitere Produkte wie Methylamine, Methylchlorid oder Vorstufen für Polymere.
Die Hydrierung ist ein Stand-Alone-Prozess, d. h. CO2 wird direkt umgesetzt. Es werden allerdings zusätzliche Rohstoffe (H2) benötigt.
Sie erreicht ein hohes Maß an Produktdiversität.
SWOT-Analyse
Stärken
- Hohe Reife (TRL 9)
- Sehr hohe Produktvielfalt – 17 Folgeprodukte / Verwendungsoptionen (Höchstwert)
- Breite industrielle Nutzbarkeit (Chemie, Kraftstoffe, Lösungsmittel)
- Stand-Alone-Prozess → direkte CO2-Nutzung möglich
Schwächen
- Hoher Energiebedarf: 7 MWh pro Tonne Produkt → deutlich höher als bei FT oder rWGS
- Abhängigkeit von zusätzlichem Wasserstoff, der selbst energieintensiv erzeugt werden muss
- Teilweise geringe Produktpreise (z. B. Methanol) → geringere Marge
- Abhängigkeit nachgelagerter Märkte (Lösungsmittel, Treibstoffe, Polymere)
Chancen
- Wachsende Nachfrage nach grünem Methanol (Schifffahrt, Chemie, e-Fuels)
- Starke politische Dynamik (ReFuelEU Aviation, FuelEU Maritime)
- Einsatz in bestehenden Wertschöpfungsketten ohne große Änderungen an der Infrastruktur
- Methanol als Plattformchemikalie ermöglicht Zugang zu vielen hochwertigen Produkten
Risiken
- Wirtschaftlichkeit hochgradig von H2-Preis abhängig
- Konkurrenz zu biogenen und fossilbasierten Methanolpfaden
- Marktpreise für Methanol sind volatil → beeinflusst Investitionssicherheit
- Höherer Energiebedarf führt bei nicht erneuerbarer Versorgung zu schlechter Umweltbilanz
Erfolgsbeispiel
Aus Baden-Württemberg: ICODOS bietet eine Lösung für die Verwertung von Biogas aus Abfallströmen wie Klärschlamm und biologischen Abfällen in Verbindung mit erneuerbarem Strom zur Erzeugung von Biomethan und e-Methanol. In dem patentierten Verfahren wird Kohlenstoffdioxid (CO2) aus dem Biogas abgetrennt und mit zusätzlichem grünem Wasserstoff (H2) aus einer Wasserelektrolyse in einem kombinierten Verfahren zu Methanol umgewandelt. Zum Anbieter.