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Technologie

Membranfiltration

Membranfiltration trennt Stoffe effizient und schonend – für saubere Flüssigkeiten, reduzierte Abfallmengen und energieeffiziente Prozesslösungen.
Stand:

Technologie-Check

Technologischer Reifegrad (TRL)

Wie reif ist die Technologie?
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Marktreife

Wann wird die Technologie marktreif sein?
Heute
2030
2035
2040

Anwendungsbereich

In welchem Geltungsbereich nach GHG Protocol wirkt die Technologie?
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3

Wirtschaftlichkeit

Wie ist das Verhältnis von finanziellem Einsatz zum generierten Nutzen?
€€
€€€

Potenzielle Reduktion der Umweltauswirkungen

Wie stark lassen sich die negativen Umweltauswirkungen durch den Einsatz dieser Technologie im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren verringern?
Groß Mittel Klein

Definition und Wirk-/Funktionsprinzip

Die Membranfiltration ist ein druckgetriebenes Trennverfahren, bei dem Wasser durch semipermeable Membranen geleitet und Inhaltsstoffe abhängig von Porengröße und Membraneigenschaften selektiv zurückgehalten werden. Die Trennung erfolgt physikalisch ohne Phasenwechsel und basiert auf Sieb-, Diffusions- und Wechselwirkungseffekten. Der Membranfluss wird durch das Darcy-Gesetz beschrieben und hängt von der transmembranen Druckdifferenz und dem hydraulischen Widerstand ab. Für poröse Membranen gilt ergänzend die Hagen-Poiseuille-Gleichung. Bei Nanofiltration und Umkehrosmose beeinflusst zusätzlich der osmotische Druck gemäß van-’t-Hoff-Gesetz den Stofftransport. Zentrale Betriebsparameter sind transmembraner Druck, Permeatfluss, Rückhalterate, Temperatur, pH-Wert und Strömungsgeschwindigkeit. Die Leistungsfähigkeit wird wesentlich durch Membranverschmutzung (Fouling) begrenzt, die regelmäßige Reinigungsmaßnahmen erforderlich macht.

Typen von Membranfiltrationsverfahren:

  • Mikrofiltration (MF): Porengröße ca. 0,1–10 µm; Rückhalt von Schwebstoffen, Algen und Bakterien
  • Ultrafiltration (UF): Porengröße ca. 0,01–0,1 µm (MWCO ~1–500 kDa); Rückhalt von Makromolekülen, Viren und Bakterien
  • Nanofiltration (NF): Effektive Porengröße ca. 0,001 µm (≈ 1 nm); Teilrückhalt gelöster Ionen und organischer Moleküle
  • Umkehrosmose (RO): Keine definierte Porengröße; effektive Trennstruktur < 0,001 µm; nahezu vollständiger Rückhalt gelöster Salze

Als Membranmaterialien werden Polymere (z. B. PP, PVDF, PSU, PA, CA) und Keramiken (Al2O3, ZrO2, SiC, TiO2) benutzt. Polymermembranen sind kostengünstig und flexibel, Keramiken extrem chemisch und thermisch beständig. Dünnschicht-Kompositmembranen (TFC) aus Polyamid auf Polysulfon-Trägern werden in NF und RO eingesetzt und bieten hohe Selektivität bei kompakter Bauweise.

Membranfiltration - Schaubild
Membranfiltration - Schaubild (DITF)

SWOT-Analyse

Welche aktuellen Stärken und Schwächen hat die Technologie? Welche externen Entwicklungen (Chancen, Risiken) beeinflussen die Technologie? Gibt es Normen und Vorgaben?

Stärken

  • Hohe Abtrennleistung für Partikel, Mikroorganismen und gelöste Stoffe
  • Reproduzierbare und konstante Wasserqualität
  • Modularer Anlagenaufbau und gute Skalierbarkeit
  • Geringer Chemikalieneinsatz
  • Hoher Automatisierungsgrad möglich

Schwächen

  • Anfälligkeit für Membranverschmutzung (Fouling)
  • Regelmäßiger Reinigungs- und Wartungsbedarf
  • Begrenzte Lebensdauer der Membranen
  • Relativ hohe Investitionskosten
  • Energieintensiv bei Hochdruckverfahren (NF, RO)

Chancen

  • Steigender Bedarf an hochwertiger Wasseraufbereitung und Wasserwiederverwendung
  • Zunehmende regulatorische Anforderungen an Wasserqualität
  • Technologische Weiterentwicklung von Membranmaterialien
  • Integration in hybride Aufbereitungsverfahren
  • Einsatz in dezentralen und mobilen Anlagen

Risiken

  • Steigende Energie- und Betriebskosten
  • Konkurrenz durch alternative Aufbereitungstechnologien
  • Rohwasserqualitäten außerhalb des Auslegungsbereichs
  • Chemische und mechanische Schädigung der Membranen
  • Abhängigkeit von spezialisierten Herstellern und Lieferketten

Erfolgsbeispiel

In Baden-Württemberg umgesetzt: Bei Köhler Pappen in Gengenbach (Baden-Württemberg) wird Produktionsabwasser mithilfe eines Membranbioreaktors mit Ultrafiltration und nachgeschalteter Umkehrosmose aufbereitet und in den Produktionsprozess zurückgeführt. Dadurch konnten laut Umwelttechnik BW die Abwassermenge um rund 90 % und der Frischwasserbedarf um über 70 % gesenkt werden. Zusätzlich wurden Energiebedarf und CO₂-Emissionen deutlich reduziert.

Zum Erfolgsbeispiel

Technologieanbieter

Mögliche Technologieanbieter aus Baden-Württemberg: Membraflow control system GmbH, Weise Water GmbH, FUMATECH BWT GmbH

Technologieanbieter

Quelle